Mittwoch, 8. Oktober 2008

UEFA befasst sich mit verschuldeten Clubs:
Arbeitsgruppe soll für mehr Stabilität sorgen

  • Schritt auch als Reaktion auf Bankenkrise gedacht
  • System soll reformiert und transparenter werden

Die UEFA macht sich Sorgen über die Überschuldung zahlreicher europäischer Clubs. Da viele Vereine tief in roten Zahlen stecken, hat die europäische Fußball-Union laut Generalsekretär David Taylor eine eigene Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, die erstmals in der kommenden Woche tagen soll.

"Das ist ein Versuch, eine größere Stabilität im Fußball zu schaffen, vor allem in Zeiten, in denen Banken zusammenbrechen. Regierungen bürgen vielleicht für Banken, aber nicht für Fußball-Clubs", meinte der frühere schottische Verbandschef in einem Gespräch an der Londoner Stamford Bridge, der Heimstätte von Chelsea.

"Es braucht mehr Transparenz"
"Das derzeitige System muss analysiert werden, es braucht mehr Transparenz. Wir stehen zwar noch am Beginn und müssen erst nach Lösungen suchen, aber wir müssen unbedingt die langfristige Stabilität der Vereine sichern", sagte Taylor, der anklingen ließ, künftig bei der Zulassung zu Europacup-Bewerben auch die wirtschaftliche Situation einzelner Clubs genauer unter die Lupe zu nehmen und potenzielle neue Vereins-Eigentümer noch vor der Übernahme intensiv zu prüfen.

Bereits am Dienstag hatte der englische Verbands-Vorsitzende David Triesman über Schulden von drei Milliarden Pfund (3,86 Mrd. Euro) geklagt, die im Moment die englischen Clubs drücken.
(apa/red)

8.10.2008 15:37