Wawrinka gleich in Runde 1 aus dem Spiel:
Schweizer unterliegt einem Qualifikanten
- Nummer eins des Turniers verliert gegen Petzschner
- Del Potro "heimliche" Nummer 1 des Turniers

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Schon am zweiten Tag der mit 674.000 Euro dotierten Bank-Austria-Trophy in Wien hat es eine faustdicke Überraschung gegeben: Der topgesetzte Schweizer und Vorjahres-Finalist Stanislas Wawrinka ist überraschend in der ersten Runde der Bank-Austria-Trophy in Wien ausgeschieden. Der Weltranglisten-Zehnte musste sich nach 2:31 Stunden völlig unerwartet dem deutschen Qualifikanten Philipp Petzschner mit 7:6(5),2:6,6:7(5) geschlagen geben. Der Vorjahresfinalist wird damit im Ranking auch an Boden verlieren. Petzschner trifft im Achtelfinale auf den Tschechen Jan Hernych, ebenfalls ein Qualifikant.
Petzschner war nach seinem bisher größten Sieg hochzufrieden. "Ja, das war mein erstes Match gegen einen Top-Ten-Mann also steht es jetzt 1:0 und ich sollte vielleicht aufhören", scherzte Petzschner. "Nein, ich bin wirklich glücklich und es ist der größte Sieg meiner Karriere." Ein Sieg, der der aktuellen Nummer 125 der Welt viel Auftrieb geben wird.
Der 24-jährige Deutsche war am Samstag aus Tokio angekommen und hatte nur kurz darauf erstmals in der Qualifikation antreten müssen. "Ich habe dem Alex Peya versprochen, dass ich mit ihm in Wien spiele und habe gesagt, dass ich zu keinem Turnier nur für das Doppel hinfahre", so Peyas Doppelpartner, der den Jet-Lag schon abgeschüttelt hat.
Daviscupper für Deutschland
"Ich habe das schon länger in mir gehabt. Ich war ja schon einmal relativ gut, habe es dann aber ein bisschen 'schludern' lassen und mich nicht richtig auf das Tennis konzentriert und das Leben genossen", gestand der Bayreuther. Gemeinsam mit seinem Trainer Lars Übel trainiert und reist Petzschner auch viel mit Alex Peya auf der Tour. Der sympathische Petzschner gab schon einen verbalen "Warnschuss" in Richtung Davis Cup Deutschland - Österreich ab: "Ich habe gehört, ihr wisst schon wie die Briten gehen, wir werden euch im März zeigen wie die Ösis gehen", sorgte er für Gelächter.
Wawrinka ist also out: Damit ist statt der offiziellen nur noch die "heimliche" Nummer 1 des Turniers, Juan Martin del Potro, im Bewerb. Da die Gesetztenliste eines Turniers immer auf der Weltrangliste aus der Vorwoche basiert, ist der Argentinier in Wien "nur" die Nummer drei. Dabei hat der heuer vierfache Turniersieger am Montag dank seines Finaleinzugs in Tokio drei Plätze gutgemacht und damit auch Stanislas Wawrinka (SUI) und Fernando Gonzalez (CHI) überholt. Als Neunter scheint Del Potro erstmals in seiner Karriere in den Top Ten auf.
Del Potro ausgeschlafen
Eine Magenverstimmung in Tokio ist überwunden und die Turnierorganisation um Peter Feigl und Co. konnte noch Montagabend aufatmen: Der Shooting-Star kam kurz nach 22:00 Uhr in Wien-Schwechat an und bereitete sich am Dienstag auf seinen ersten Einsatz vor. "Saumüde" sei er bei seiner Ankunft gewesen und soll gleich bis in den Nachmittag hinein geschlafen haben. Für sein Wien-Debüt hat er sich jedenfalls einiges vorgenommen, denn im Kampf um einen der vier noch freien Plätze für den Masters-Cup in Shanghai braucht der derzeitige Neunte noch Punkte.
Erreicht Del Potro in Wien das Viertelfinale, überholt er James Blake (USA), gewinnt er den Titel, lässt er auch noch den Master-Cup-Finalisten 2007, David Ferrer, hinter sich. "Ich habe die Chance, mich für den Tennis-Masters-Cup zu qualifizieren. Ich brauche noch ein oder zwei gute Resultate und daran arbeite ich", meinte Del Potro nach Tokio.
Gegen Österreicher Fischer
Die erste Hürde auf dem Weg dazu ist heute Österreichs Nachwuchsmann Martin Fischer, der freilich krasser Außenseiter ist. "Er ist sicher das größte Kaliber, das mir je vor den Schläger gekommen ist. Ich hoffe aber, ihn auch in Bedrängnis bringen zu können", sagte Fischer, der hier 2006 in der ersten Runde gegen Tommy Haas mit 6:7,2:6 ausgeschieden war und seinen zweiten Stadthallen-Auftritt absolviert.
Ebenfalls heute ist Davis-Cup-Held Alexander Peya erstmals im Einsatz: Der Wiener trifft auf den als Nummer 8 gesetzten Qualifikanten Gael Monfils. Der Franzose ist wie Del Potro erstmals am Vogelweidplatz zu sehen.
(apa/red)
