Dienstag, 7. Oktober 2008

Schlager geht auf EM-Einzelmedaille los:
Mit Rückenwind aus Team-Erfolg ans Ziel

  • ÖTTV-Ass in St. Petersburg noch ungeschlagen
  • 2002 in Zagreb holte Schlager die Bronzemedaille

Tischtennis-Ass Werner Schlager hat inklusive dem am Montag in St. Petersburg errungenen Team-Bronze schon zwölf EM-Medaillen geholt, allerdings hat er nur einmal im Einzel angeschrieben. 2002 in Zagreb holte der damals 31-Jährige Bronze, mit 36 Jahren nimmt er ab Donnerstag einen weiteren Anlauf auf sein erstes Einzel-EM-Endspiel. Nimmt man seine Leistungen im Teambewerb als Maßstab, hat er diesmal eine gute Finalchance.

Schlager blieb in all seinen sechs für die ÖTTV-Mannschaft bestrittenen Partien siegreich, machte am Montag gleichsam als Glanzpunkt das halbe Dutzend mit einem 3:1-Sieg gegen Europameister Timo Boll komplett. Nach zwei für ihn spielfreien Tagen steigt der 36-Jährige am Donnerstag in die Einzel-Konkurrenz ein, hinter dem Weißrussen Wladimir Samsonow, Boll und dessen Landsmann Dimitri Ovtcharov ist er als Nummer vier gesetzt.

Das ÖTTV-Ass hat das seit Anfang September geltende "Frischklebe"-Verbot bei den Belägen und die damit geänderte Spielweise bestens bewältigt, auch wenn er noch absolute Verbesserungsmöglichkeiten sieht. "Ich bin noch lange nicht auf dem Niveau, auf dem ich sein kann", erklärte Schlager. "Aber viele haben noch sehr große Probleme, zum Beispiel Michael Maze." Der Däne ist für gewöhnlich im Medaillenkampf nicht zu unterschätzen.

Am ehesten würde Schlager noch Boll so einschätzen, dass der in der kurzen Zeit mit der Schläger-Umstellung ebenfalls gut zurecht gekommen ist. Nur hat eben Schlager das direkte Duell gewonnen und Ovtcharov zeigte sich bis zum Team-Finale nur gegen Chen Weixing einigermaßen in Spiellaune. Bleibt freilich noch Ex-Triple-Europameister Wladimir Samsonow, der Weißrusse war vor dem Gold-Duell mit den Deutschen bei dieser EM auch noch unbesiegt.

Im Grunde will Schlager seine bisher guten Leistungen bei diesen Titelkämpfen nicht überbewerten. "Das nun langsamere Spiel kommt mir entgegen, aber über meine Chancen sagt das rein gar nichts aus", erläuterte der Niederösterreicher. "Es wird viel auf die Tagesverfassung ankommen. Aber wenn ich annähernd auf dem Niveau weiterspiele, kann ich zufrieden sein."

Doppel-Partner war krank
Für sein Antreten im Doppel mit Trinko Keen ist Schlager nicht so zuversichtlich, da der Niederländer vor den Europameisterschaften krank gewesen und so kein gemeinsames Training möglich war. Erst am Dienstag traten sie erstmals gemeinsam an die Platte. Schlager: "Daher steht über unserer Taktik ein Fragezeichen. Wichtig sind passende Gegner in unserer ersten Runde, damit wir uns einspielen können."

Dieser Wunsch wurde nicht erfüllt, denn nach einem Freilos geht es für Schlager/Keen am Mittwoch um 15.45 Uhr MESZ gegen seinen Teamkollegen Daniel Habesohn sowie dessen deutschen Partner Patrick Baum. Habesohn hatte sich mit Baum erst unmittelbar vor der EM gefunden. Das Duo hat zwar noch nie zusammengespielt, wird aufgrund seiner Einzel-Fähigkeiten für Schlager/Keen aber wohl nicht leicht zu besiegen sein.

(apa/red)

7.10.2008 14:05