Patrick Sinkewitz ortet "Betriebsblindheit":
Dopingsünder kritisiert Teamchef Holczer
- "Das ist noch unglaubwürdiger als Doping an sich"
- "Jedes Mittel recht, so lange man nicht erwischt wird"
Der geständige Rad-Dopingsünder Patrik Sinkewitz hat mit Blick auf die Verdächtigungen gegen Stefan Schumacher den Gerolsteiner-Teamchef Hans-Michael Holczer scharf attackiert. "Er ist seit zehn Jahren dabei, so eine Betriebsblindheit an den Tag zu legen, ist aus meiner Sicht noch unglaubwürdiger und noch viel schlimmer als das Doping an sich", sagte der frühere T-Mobile-Radprofi in der TV-Sendung "heimspiel!" des Hessischen Rundfunks.
Holczer, meinte der 28-jährige Sinkewitz, "profiliert sich immer nach außen, dass er geschockt ist und von dem ganzen Theater nichts weiß". Nach wie vor zähle der Erfolg, "und da ist jedes Mittel recht, so lange man nicht erwischt wird".
Die ehemalige Präsidentin des Bundes Deutscher Radfahrer (BDR), Sylvia Schenk, erwartet angesichts der jüngsten Verdachtsfälle "einen Sturm" und sieht selbst Radsport-Klassiker wie die Tour de France bedroht. Ein Ende der Doping-Skandale sei nicht abzusehen. "Ich weiß, dass es offensichtlich noch ein paar größere Namen gibt", erklärte Schenk, "nicht nur aus Deutschland, sondern aus anderen Ländern, und dass man bei der Tour de France richtig Bedenken hat um den Radsport."
(apa/red)

