Mittwoch, 8. Oktober 2008

Rot-weiß-roter Jubel in Wiener Stadthalle:
Jürgen Melzer besiegt zweifachen Sieger

  • BA-Trophy: Kroaten Ljubicic in 2 Sätzen bezwungen
  • Stefan Koubek mit einem missglückten Comeback

Sieg und Niederlage gab es für Österreich in der ersten Runde der Bank-Austria-Trophy. Nach einem nicht nach Wunsch verlaufenen Comeback von Stefan Koubek gegen Santiago Giraldo (1:6,2:6) sorgte Jürgen Melzer mit einer sehr guten Leistung gegen Ivan Ljubicic (CRO) für Jubel in der Wiener Stadthalle. Nach 88 Minuten bezwang der Niederösterreicher den zweifachen Wien-Sieger mit 7:6(3),6:3. Im Achtelfinale am Donnerstag trifft Österreichs Nummer 1 auf die frühere Nummer 1 der Welt, den Spanier Juan Carlos Ferrero.

"Er hat bewiesen, dass er mit seinem Aufschlag immer sehr viel erreichen kann. Im Endeffekt habe ich aber die entscheidenden Punkte gemacht und das war das wichtigste", freute sich Melzer nach seinem dritten Sieg über den Kroaten. Er selbst habe sich gegen Ljubicic, der nach einer Verletzungspause von drei Monaten erst sein zweites Match bestritt, nie in die Favoritenrolle gedrängt. "Der langsame Belag hier kommt ihm entgegen. Ich habe aber phasenweise unglaublich serviert und jetzt sehr viel Selbstvertrauen. Ich habe in den letzten Wochen und Monaten sehr gutes Tennis gespielt."

Die Entscheidung in diesem Spiel fiel im ersten Satz, als Melzer bei 4:5 zwei Satzbälle von Ljubicic abwehrte und dann das Tie-Break mit 7:3 ("Ich habe ein Super-Tiebreak gespielt") für sich entschied. Gegen Ferrero wird es freilich ein ganz anderes Match, mit wesentlich mehr Rallyes von der Grundlinie. "Ich hoffe, dass ich an die Aufschlagleistung vom Anfang gegen Ljubicic anschließen kann, dann wird es für ihn sehr schwierig werden, weil er nicht den Aufschlag von Ljubicic hat." Mit Sicherheit werde dieses Match anstrengender werden.

Schwaches Comeback
Bereits zuvor hatte Stefan Koubek sein Comeback auf der ATP-Tour gegeben, hatte dabei aber eine enttäuschende 1:6,2:6-Niederlage gegen den Kolumbianer Santiago Giraldo einstecken. Für den Kärntner blieb nach dem 63-Minuten-Auftritt, der vom Publikum aber sehr fair zur Kenntnis genommen wurde, die Erkenntnis, dass er zwar absolut schmerzfrei, aber noch weit entfernt von seiner früheren Form ist.

"Das war noch nicht so gut. Ich habe mir sehr viel erwartet, ich habe nicht gewusst, dass der Unterschied noch so groß ist. Da steht noch viel Arbeit vor mir, ich hoffe, dass ich bis zum nächsten Jahr wieder fit bin", konstatierte Österreichs Nummer zwei. Dabei hatte der ursprünglich vorgesehene, weit stärkere Gegner Tommy Robredo (ESP-6) wegen einer Hüftverletzung kurzfristig seine Nennung zurückgezogen und für Lucky Loser Giraldo Platz gemacht.

Koubek noch nicht spritzig
"Eigentlich habe ich mich darüber gefreut. Ich wusste, dass ich mehr Chancen habe. Jetzt will ich gar nicht darüber nachdenken, was gegen Robredo passiert wäre. Vor ein, zwei Jahren hätte so eine Niederlage eine große Depression ausgelöst", meinte Koubek, der dieses Ergebnis aber freilich ganz anders einstufen muss. Trotz des nur auf Platz 145 liegenden Gegners konnte Koubek nur phasenweise zeigen, was in ihm steckt, sonst fehlte es ihm an Spritzigkeit und Konstanz. Aber kein Wunder nach einer sechsmonatigen Pause und einer auch für seine Karriere riskanten Rückenoperation (nach Bandscheibenvorfall).

Koubek versucht sich nun bei den Turnieren in Madrid und Basel in der Qualifikation, danach heuer noch bei vier weiteren Challengern.

(apa/red)

8.10.2008 08:32