Israel von schweren Krawallen erschüttert:
Olmert kündigt Politik der Null-Toleranz an
- Erste Ausschreitungen nach dem Yom-Kippur-Fest
- Israelische und arabische Jugendliche bekriegen sich

·Ausschreitungen in Israel zu Yom-Kippur
Polizei-Straßensperren und Tränengas in Akko
·Fatah und Hamas stehen vor Einigung
Einheitsregierung und Reform der Polizeikräfte
Nach tagelangen Ausschreitungen zwischen Juden und Arabern in der nordisraelischen Stadt Akko hat der scheidende Premier Olmert die Polizei zu einem harten Vorgehen gegen Randalierer angewiesen. Olmert sagte, die Sicherheitskräfte sollten "null Toleranz" zeigen und einen sofortigen Stopp der Gewalt in der Stadt herbeiführen. Zugleich rief rief er zu Respekt zwischen den Bevölkerungsgruppen auf.
Zuvor war es ungeachtet eines verstärkten Polizeiaufgebots am vierten Tag in Folge erneut zu Krawallen zwischen Juden und Arabern in der Küstenstadt gekommen. Kurz nach Sonnenuntergang begannen Jugendliche beider Bevölkerungsgruppen erneut, Steine auf Geschäfte und Wohnungen der jeweils anderen Seite zu werfen. Nach Polizeiangaben wurde das Wohnhaus einer arabischen Familie in Brand gesetzt. Die Feuerwehr kämpfte stundenlang gegen die Flammen. Schon in der Nacht zuvor hatten jüdische Jugendliche zwei Wohnungen von Arabern angezündet.
40 Festnahmen
Seit Beginn der Unruhen wurden nach israelischen Medienberichten etwa 20 Menschen verletzt und rund 40 Randalierer festgenommen. Ein in den kommenden Tagen geplantes Theaterfestival in der Stadt wurde abgesagt.
Die seit Jahren schwersten Zusammenstöße zwischen Jugendlichen beider Bevölkerungsgruppen waren nach Beginn des höchsten jüdischen Feiertages Yom Kippur ausgebrochen. Damals fuhr ein Araber mit seinem Auto in ein vorwiegend von Juden bewohntes Viertel, obwohl am Feiertag in Israel der gesamte Verkehr ruht. Jüdische Einwohner bewarfen daraufhin sein Auto mit Steinen. Am Mittwoch und am Donnerstag richteten vor allem arabische Randalierer erheblichen Sachschaden an. Rund 100 Fahrzeuge und 40 Geschäfte von jüdischen Bürgern wurden zerstört. Wie schon am Vortag blockierten Sicherheitskräfte am Samstagabend stundenlang eine Zufahrt zur Stadt am Mittelmeer, um eine Ausweitung der Krawalle zu verhindern.
(apa/red)
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