Überraschung über Le Clezio: Literatur-
Kritikerin Sigrid Löffler sieht "bizarre Wahl"
- "Monotonie und Langweiligkeit" in seinen Romanen
- Erster französischer Preisträger seit dem Jahr 1985
Die Literaturkritikerin Sigrid Löffler hat sich überrascht und befremdet über den Nobelpreis für den Franzosen J.M.G. Le Clezio gezeigt. Im Sender MDR Info sprach sie von einer "einigermaßen bizarren Wahl". Le Clezios Romanen bescheinigte Löffler "Monotonie und Langweiligkeit". Das habe viele Leser und auch sie selbst immer abgeschreckt. Löffler verwies darauf, dass seit 1985 kein Franzose mehr den Literaturnobelpreis gewonnen habe, und vermutete: Die Entscheidung müsse "etwas mit der französischen Literatur zu tun haben".
Le Clezio sei zwar seit 40 Jahren im Geschäft, "vagabundiert aber durch die Verlage und hat jedes Buch in einem neuen Verlag", sagte Löffler. Das bedeute auch, "dass die Verlage mit ihm und mit seinen Verkäufen nicht sehr glücklich geworden sind".
Le Clezio sei ein "sehr verspäteter Romantiker", meinte die Kritikerin. "Er hat eine ziemlich natur-mystische Denkweise, die stille Betrachtung von Naturschönheit liegt ihm, glaube ich, mehr als irgendwelche gesellschaftlichen Befindlichkeiten. Das ist in unserer Zeit, in unserer Literatur, schon etwas befremdlich."
(apa/red)
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