Nachfolge von Günther Beckstein fixiert:
Seehofer als Ministerpräsidenten nominiert
- Aber schlechtes Wahlergebnis bei seiner Nominierung
- Merkel hofft auf Ende der Turbulenzen in der CSU

·Seehofer trumpft im CSU-Machtpoker auf
Zwei Parteispitzenposten wieder in einer Hand
·Kandidiert Stoiber für die Europawahl?
CSU-Wahldebakel könnte auch Schmid Kopf kosten
·Drei Bewerber um Beckstein-Nachfolge
Seehofer mit besten Chancen auf das Amt
Mit Horst Seehofer als Parteichef und bayerischem Ministerpräsident will die CSU bei den kommenden Wahlen wieder auftrumpfen und in Berlin die Muskeln spielen lassen. Nach tagelangem Machtkampf nominierte die Landtagsfraktion den derzeitigen Bundesagrarminister als Nachfolger von Regierungschef Beckstein. Der nach dem Wahl-Fiasko einen geschwächte Fraktionschef Schmid wurde bestätigt.
Er bekam aber ein für CSU-Verhältnisse schlechtes Ergebnis. Bundeskanzlerin Merkel erwartet nun ein Ende der Turbulenzen in der Schwesterpartei. Ein Nachfolger für Seehofer im Bundeskabinett stand noch nicht fest.
Merkel sagte in Berlin, Seehofer sei "die geeignete Persönlichkeit, die CSU in die Bundestagswahl, in die europäische Wahl und in eine gute Zukunft Bayerns zu führen". Sie sei "zutiefst überzeugt", dass sie mit Seehofer "prima zusammenarbeiten" werde.
Im Streit über die Erbschaftsteuerreform drohte Seehofer bereits mit einem Scheitern. Die CSU werde sehr hart verhandeln, damit die Reform gut gelinge, sagte er in München.
Die Fraktion nominierte Seehofer mit einer Zustimmung von 88,4 Prozent für das Amt des Regierungschefs. Für den 59-Jährigen stimmten 76 Abgeordnete, gegen ihn 10. Seine Konkurrenten, Innenminister Joachim Herrmann und Wissenschaftsminister Thomas Goppel, hatten ihre Bewerbungen zurückgezogen. Der 55-jährige Schmid wurde mit 80,9 Prozent als Fraktionschef bestätigt. 72 Abgeordnete votierten für, 17 gegen Schmid. Dieser war parteiintern unter anderem wegen des von ihm durchgesetzten strikten Rauchverbots in die Schusslinie geraten.
Seehofer sagte über sein Ergebnis, dass es bei einer derartigen Abstimmung Gegenstimmen gebe, sei selbstverständlich und natürlich. Ihm werde die Größe der Aufgaben immer mehr bewusst. Parteifreunde sprachen von einem "ehrlichen Ergebnis" für Seehofer.
(apa/red)
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