Rechtsparteien sind nicht mehr spinnefeind:
Annäherung nach Treffen Strache-Haider
- Einigung auf "Zusammenarbeit auf Expertenebene"
- Strache schließt Regierung mit BZÖ nicht mehr aus
·"Sind zu Regierung mit den Grünen bereit"
Jörg Haiders letztes Interview mit NEWS
·Fischer erteilt SPÖ Regierungsauftrag
Faymann will morgen mit
Verhandlungen beginnen
·Treffen Haider-Pröll sehr "konstruktiv"
Chancen & Möglichkeiten nach Wahl besprochen
·Grüne werfen ÖVP
"Fahrlässigkeit" vor
Glawischnig stellt Partei auf Oppositionsrolle ein
·"Verlorene" Wahlen bedeuten weniger Geld
Großparteien müssen Fördermillionen einbüßen
·Rechte Absage an rote Alleinregierung
Weder FPÖ noch BZÖ für SP-Minderheitsregierung

Beim Gespräch zwischen den Parteichefs von FPÖ und BZÖ, Heinz-Christian Strache und Jörg Haider, ist es offensichtlich zu einer Annäherung beider Parteien gekommen. So habe man sich auf eine Zusammenarbeit auf "Expertenebene" in Wirtschaftsfragen geeinigt, berichtete Strache. Auch andere Parteien wolle man dazu einladen. Eine Regierungsbeteiligung mit den Orangen wollte Strache nicht ausschließen.
Es liege allerdings am Verhalten der ÖVP, wie sich die Koalitionsverhandlungen entwickeln. Über das Treffen der beiden politischen Rivalen sagte Strache: "Es ist atmosphärisch korrekt und ordentlich abgelaufen. Nicht mehr und nicht weniger ist der Fall." Persönliche Animositäten mit Haider spielte Strache nach dem Treffen klein. "Das ist ein Unsinn, den wir heute in diesem Gespräch auch widerlegt haben." Zwar sei die Gründung des BZÖ ein Anschlag auf die FPÖ gewesen, "die man nicht einfach von der Festplatte löschen kann". Trotzdem gebe es in vielen Bereichen Gemeinsamkeiten.
Eine Gemeinsamkeit, die Strache gefunden haben will, ist die Ablehnung jeglicher politischer Ausgrenzung. Nach wie vor sei SPÖ-Chef Faymann nicht zu einer Kooperation mit Blau und Orange bereit, ärgerte er sich. "Der Wähler wird solche Parteien zur Rechenschaft ziehen". Bei Haiders Partei zeigte sich Strache um deren politische Linie besorgt: "Wir haben insgesamt den Eindruck, dass das BZÖ sich jede Variante, die sich mathematisch ausgeht, vorstellen kann. Das bedeutet, dass man gewisse Inhalte opfern würde."
Durch die angekündigte überparteiliche Experten-Zusammenarbeit in Wirtschaftsfragen erhofft sich Strache, Antworten auf die derzeitige Finanzkrise zu finden. "Wir wollen rasch ein Konjunkturpaket zusammengestellt wissen." Kritik gab es in diesem Bereich vor allem an der ÖVP. Diese würde durch ihren derzeit stattfindenden "Selbstfindungsprozess" jegliche Entwicklung lähmen.
Mit Haider ist der FPÖ-Chef übrigens auch nach dem Treffen nicht per du: "Ich will keine Verhaberung und keine Fraternisierung erleben."
(apa/red)
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