Treffen Haider-Pröll "konstruktiv": Chancen
und Möglichkeiten nach der Wahl ausgelotet
- Haider: "Es ist eine Unlust da, dass ist Pröll bewusst"
- Nächstes Gespräch: Haider mit FP-Chef HC Strache

·Werner Faymann am Mittwoch bei Fischer
Auftrag zur Regierungs-
Bildung wird erwartet
·Rechte Absage an rote Alleinregierung
Weder FPÖ noch BZÖ für SP-Minderheitsregierung
·Keine Alternative zu SPÖ-ÖVP-Koalition?
"Kleine Koalition" sieht Leitl als unumgänglich
·Große Koalition 'wäre
das Vernünftigste'
Gusenbauer weiterhin für Bündnis mit Volkspartei
·SPÖ verliert ein Mandat an die Grünen
Rot-Blau nach Auszählung
der Wahlkarten unmöglich
Das erste offizielle Gespräch zwischen ÖVP-Obmann Josef Pröll und BZÖ-Chef Jörg Haider ist "konstruktiv", aber ohne konkrete Ergebnisse verlaufen. "Wir haben über Chancen und Möglichkeiten, die sich nach der Wahl ergeben, gesprochen", resümierte Haider nach dem Treffen, das in einem Cafe nahe der ÖVP-Parteizentrale stattgefunden hatte, vor Journalisten. Auch vonseiten der ÖVP war von einem "sehr konstruktiven" Gespräch die Rede.
Er schätze seinen Gesprächspartner Pröll so ein, dass sich dieser betreffend der Regierungsbildung alle Möglichkeiten offen lassen wolle, erklärte Haider. Auch Pröll wisse - so der BZÖ-Chef -, dass es innerhalb der ÖVP-Wählerschaft starke Emotionen gegen eine Große Koalition gebe. "Es ist eine Unlust da, dass ist Pröll sicherlich bewusst." Über Tendenzen die kommende Regierung betreffend wollte Haider nicht sprechen: "Ich will mich nicht als Prophet deklarieren". Ziel des BZÖ sei es aber nach wie vor, die Fortsetzung der Großen Koalition zu verhindern.
Verantwortung liegt bei Faymann
Auch laut ÖVP sei das Gespräch "sehr konstruktiv" gewesen. Man habe sich über die Lage, die sich nach dem Wahlsonntag ergeben hat, ausgetauscht, sagte ein Sprecher. Auch die neue Situation nach Vorliegen des Endergebnisses sei Thema gewesen. Nach Auszählung der noch ausständigen Briefwahl- und Wahlkartenstimmen war ja am Montag noch ein Mandat von der SPÖ zu den Grünen gewandert, wodurch nun rechnerisch auch Schwarz-Orange-Grün möglich wäre. Laut Prölls Meinung würde die derzeitige Situation noch nicht ausreichen, um diese Option jetzt aktiv anzudenken, erklärte ein ÖVP-Sprecher.
Die Verantwortung liege jetzt bei SPÖ-Chef Werner Faymann, hieß es aus der ÖVP. Die Volkspartei werde jedenfalls die "Verantwortung für das Land wahrnehmen - ob in einer möglichen Regierung oder in der Opposition". Ersten Gesprächen werde man sich nicht verweigern, Pröll halte es für notwendig, mit allen Parteichefs eine "korrekte Gesprächsbasis" zu finden.
Gespräch Haider - Strache
Das Nachwahl-Gesprächskarussel dreht sich indes munter weiter: Heute steht ein Treffen zwischen Haider und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache an. Wann und wo Strache und Haider zusammenkommen, wurde am Dienstag vorerst nicht verraten. Haider zum Zweck des Treffens: Man müsse sich "insgesamt überlegen, welche Möglichkeiten sich bieten für zwei Parteien, die in gewissen Punkten übereinstimmen". Per Aussendung verkündete das BZÖ, man wolle die "Ausgrenzung" durch die FPÖ beenden, damit eine Große Koalition verhindert werden könne.
Strache im Gesprächs-Taumel
Strache, der nach seinem Treffen mit Pröll auf den Gesprächs-Geschmack gekommen war, rechne für kommende Woche auch noch mit einem Termin mit der neuen Grünen Bundessprecherin Eva Glawischnig, teilte die FPÖ mit. Auch SPÖ-Vorsitzenden Werner Faymann will er sehen, hier hat man immerhin eigenen Angaben zufolge "bis dato keine Absage erhalten". Sinn der Gespräche soll laut Strache jedenfalls sein, die "Gesprächskultur zu wahren", er wolle den direkten Kontakt pflegen und - auch - das Wahlergebnis erörtern, hatte der FP-Chef zuvor angekündigt.
(apa/red)
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