FPÖ und ÖVP beschnuppern sich: Pröll und Strache führten "interessantes Gespräch"
- ÖVP: "Weder Vereinbarungen noch Zusagen"
- Strache sieht Abrücken der ÖVP von "Ausgrenzung"

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Das "Vorstellungsgespräch" zwischen dem designierten ÖVP-Obmann Josef Pröll und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache ist aus Sicht Straches in guter Atmosphäre verlaufen, sagte er im Anschluss an das Treffen zur APA. Auch in der ÖVP zeigte man sich zufrieden: "Es war ein interessantes Gespräch", hieß es aus der ÖVP-Zentrale nach der 45-minütigen Unterredung.
Eine mögliche Regierungszusammenarbeit sei kein Thema gewesen, betonten danach von beiden Seiten: "Es gab weder Vereinbarungen noch Zusagen, auch nicht über weitere Termine", wurde unterstrichen. Über den Inhalt des Gesprächs sei "ansonsten Stillschweigen vereinbart" worden, hieß es aus ÖVP-Seite. Immerhin: Man habe sich "mit der Analyse der nach dm Wahlergebnis eingetretenen Situation befasst" und habe "weiters festgestellt, dass die Regierungsbildung unter diesen Voraussetzungen nicht einfach wird".
Strache hatte indes den Eindruck, dass die ÖVP von ihrer "Ausgrenzung" der FPÖ abgehe und eine "atmosphärische Normalität" einkehre, sagte der FPÖ-Chef. Er bezeichnete den "Antrittsbesuch" Prölls als neuen ÖVP-Obmann als "politische Normalität". Strache hat nach Eigenangaben auch Prölls Hooligan-Sager aus dem Wahlkampf 2006 angesprochen (Pröll hatte die Freiheitlichen als "Hooligans" bezeichnet, Anm.). Pröll habe gesagt, dass das so nicht gemeint sei, was Strache als "Klarstellung" sieht. Strache habe zudem für die FPÖ festgelegt, dass eine Volksabstimmung über eine neue EU-Verfassung "unverzichtbar" sei.
"Atmosphärisch" habe er jedenfalls das Gefühl gehabt, dass trotz des "ÖVP-Bünde-Korsetts" die Ausgrenzung vorbei sein müsse, ortete Strache ein "neues Politkapitel" und eine neue politische Kultur und "Bereitschaft des Miteinander". Man sei "am richtigen Weg".
Publikum war beim Treffen Pröll-Strache übrigens ausdrücklich nicht erwünscht: Wegen des regen Medieninteresses hatte die ÖVP noch in der Früh trocken mitgeteilt, der Termin sei "nicht medienöffentlich". Das Treffen wurde vom Cafe im Museum für Angewandte Kunst (MAK) ins Parlament auf neutralen Boden verlagert. Kaffee gab es nicht, dafür Orangensaft und Wasser.
(apa/red)
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