Samstag, 4. Oktober 2008

Verkehrschaos durch große Schneemengen:
Unfälle und Straßensperren im Hochland

  • Tirol: 70 Zentimeter Schnee - erste Lawinenwarnung
  • Salzburg: 109 Helfer von 8 Feuerwehren unterwegs

Der erste Wintereinbruch nach dem Sommer hat hochalpinen Lagen im Westen und Süden Österreichs teils große Mengen Schnee beschert. So fielen auf der Rudolfshütte im Pinzgau laut Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) bis zu 75 Zentimeter. Der Schnee war sehr patzig und schwer, im Lungau musste die Feuerwehr bei einer Schneedecke von 30 Zentimetern 40 Mal ausrücken. Zahlreiche Bäume waren umgestürzt.

Neben der Rudolfshütte bekamen auch der Zillertaler Gletscher mit 60 und der Kitzbüheler Hahnenkamm mit 40 Zentimetern besonders viel Neuschnee ab. Auch die Turracher Höhe in Kärnten wies 40 Zentimeter Neuschnee auf.

Skifahren noch nicht möglich
Wer schon an Skifahren außerhalb der Gletschergebiete denkt, hat sich aber zu früh gefreut. Der Schnee kann sich auf den Bergen nicht lange halten. "Spätestens Sonntagmittag setzt massives Tauwetter bis in große Höhen ein", prognostizierte Haslhofer.

Vorarlberg: Schneebedingter Unfall
In Vorarlberg gab es den ersten schneebedingten Unfall. In Damüls im Bregenzerwald kam am Freitag ein Auto von der Schneefahrbahn ab und kollerte über eine Wiese. Der 27-jährige Lenker kam mit leichten Verletzungen davon.

Tirol: 70 Zentimeter Schnee
Bis zu 70 Zentimeter Schnee in höheren Lagen in Tirol veranlassten den Lawinenwarndienst des Landes zu einer ersten Warnung. Vor allem oberhalb von 3.000 Metern bildeten sich frische Triebschneeansammlungen, die leicht gestört werden könnten, gab Patrick Nairz vom Lawinenwarndienst an. Unterhalb von 3.000 Metern werde die Lawinengefahr aber rasch wieder abnehmen, hieß es.

Salzburg: 109 Helfer unterwegs
In Salzburg waren 109 Helfer von acht Feuerwehren unterwegs, um umgestürzte Bäume von den Straßen zu räumen. In Tamsweg fielen zwei Bäume auf eine Stromleitung, einmal begannen dadurch die Leitung und mehrere Bäume zu brennen, beim zweiten Mal entstand ein Glimmbrand im Verteilerhaus. Beide Brände waren aber rasch gelöscht.

Verkehrsbehinderungen in Kärnten
Auf den Kärntner Straßen gab es witterungsbedingt in den frühen Morgenstunden Verkehrsbehinderungen. Nach Angaben des ÖAMTC wurden Großglockner-Hochalpenstraße, Maltatal- und Nockalmstraße gesperrt. Die Nockalmstraße bleibt bis Frühjahr 2009 zu. Auf der Tauernautobahn (A10) gab es teilweise Schneematsch, vor allem auf der Überholspur. Die Katschberg-Bundesstraße (B99) musste bei Trebesing gesperrt werden, allerdings nicht wegen zu viel Schnee, sondern aufgrund eines Erdrutsches.

Schneespuk am Sonntag vorbei
Der Schneespuk sollte am Sonntag bereits wieder vorbei sein. Vorher wird es in der Früh aber sehr kalt. Abgesehen vom östlichen Flachland wird es überall leicht frostig, inneralpin ist teilweise sogar mit strengem Frost zu rechnen. "Alles hängt davon ab, wie verbreitet sich Nebel und Hochnebel bilden", zeigte sich Manfred Bauer, ZAMG-Meteorologe in Innsbruck, überzeugt. "Vor allem in höheren Seitentälern des Montafons, sowie vom Arlberg bis ins hintere Ötztal kann es in der Nacht auf Sonntag kalt werden: Wenn der Nachthimmel klar bleibt, dann sind bis zu minus sieben Grad Morgenfrost möglich."

(apa/red)

4.10.2008 14:49