Mittwoch, 1. Oktober 2008

Natürliche Geburt stärkt Bindung ans Kind:
Mutter ist dem Baby gegenüber einfühlsamer

  • Kaiserschnitt: Wochenbettdepression wahrscheinlicher
  • Symptome: Niedergeschlagenheit & Antriebslosigkeit

Die Bindung zwischen einer Mutter und ihrem Neugeborenen ist nach einer natürlichen Entbindung stärker als nach einem Kaiserschnitt. "Es gibt auch Hinweise darauf, dass nach einem Kaiserschnitt Wochenbettdepressionen häufiger auftreten", berichtet die Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater, Christa Roth-Sackenheim.

Deshalb sollte nach einem Kaiserschnitt verstärkt auf Anzeichen einer Depression wie anhaltende Niedergeschlagenheit, Müdigkeit und Antriebslosigkeit geachtet werden.

Besseres Einfühlungsvermögen
Die Wissenschafter hatten bei Frauen nach der Niederkunft die Hirnaktivität mit Hilfe funktioneller Magnetresonanztomografie ermittelt. Während der Untersuchung wurden den Müttern die Schreie ihrer eigenen Kinder bei einem Wechsel der Windeln vorgespielt. Ergebnis: Mütter, die ihr Kind auf natürliche Weise zur Welt gebracht hatten, zeigten in jenen Gehirnregionen eine deutlich stärkere Aktivität, die im Zusammenhang mit Gefühlen und Empathie stehen bzw. die Motivation beeinflussen.

Folgenreicher Kaiserschnitt
"Möglicherweise löst eine vaginale Entbindung die Freisetzung bestimmter Botenstoffe im Gehirn aus, die eine emotionale Bindung fördern, wie zum Beispiel Oxytocin", erklärt Roth-Sackenheim. Bei einem Kaiserschnitt könnten sich diese neurohormonalen Faktoren ändern und das Risiko einer Störung der Mutter-Kind-Beziehung oder einer Wochenbettdepression erhöhen. (apa/red)

1.10.2008 09:53