Österreich könnte bei Garantie nachziehen:
Deutsche Staatsdeckung schlägt hohe Wellen
- Bank-Vorstand: "Binnen weniger Tage auch bei uns"
- Totale Garantie zuletzt von Irland abgegeben worden
Total überraschend kam für österreichische Banker die Ankündigung der deutschen Bundesregierung einer Staatsgarantie für alle Spareinlagen privater Anleger. "Wenn Deutschland das macht, wird es binnen weniger Stunden oder Tage auch bei uns so eine Beschlussfassung geben müssen", sagte ein österreichischer Bank-Vorstand, der nicht genannt werden wollte.
Mit Sicherheit würden sich die Finanzpolitiker auch in Wien mit diesem Thema befassen. Dass Deutschland - wie auch Österreich - in den vergangenen Tagen eine Anhebung der gesetzlichen Einlagensicherung von 20.000 auf 50.000 Euro je Person diskutiert hatte, sei evident gewesen, sagte der Banker. Dass es nun eine unbegrenzte Garantie für alle privaten Spareinlagen geben soll im Nachbarland, wurde wohl durch die drohende Schieflage der Immobilienbank Hypo Real Estate hervorgerufen.
Eine Vollhaftung für alle Einlagen mag, so gibt der Banker zu bedenken, die deutschen Privatsparer beruhigen. "Bei Firmenkunden kann das aber auch etwas Negatives auslösen". Während sich also die privaten Sparer wohl entspannen, könnten "Firmen, die Geld angelegt haben und Institutionelle in der Sekunde unruhig werden". Deshalb sei es sehr wichtig, Details zu den Plänen in Deutschland zu bekommen.
Zuletzt hat Irland eine Staatsgarantie für alle Einlagen von sechs Großbanken für zwei Jahre abgegeben. Deutschland war pikanterweise eines der ersten Länder gewesen, die dies kritisiert hatten. Auch die Briten hatten Sorge geäußert, dass damit nun viele Gelder nach Irland getragen würden.
Einen gewissen Abfluss von Einlagen von Österreich nach Deutschland würde es bei singulärerer deutscher Beschlussfassung einer Vollgarantie geben, meinte der Banker. Gleichzeitig betonte er, dass die Spareinlagen in Österreich ohnedies sicher seien. (apa/red)

