Sonntag, 5. Oktober 2008

Letzte Chance für Hypo Real Estate: Krisensitzung Regierung und Bundesbank

  • Bis zur Börsenöffnung in Asien Lösung angestrebt
  • Albig: Jeder müsse Verantwortung gerecht werden

Nach dem überraschenden Platzen des Rettungspakets für die Münchener Bank Hypo Real Estate haben Vertreter der deutschen Regierung, der Bundesbank und der Aufsichtsbehörde BaFin Krisenberatungen aufgenommen. Die Bundesregierung beschwor alle Beteiligten, insbesondere die privaten Banken, das ins Schlingern geratene Institut zu retten.

"Jetzt ist die Zeit, da alle Verantwortung zeigen müssen", sagte der Sprecher von Finanzminister Steinbrück, Torsten Albig, der Nachrichtenagentur Reuters. Es geht darum, alle Möglichkeiten für eine Lösung zu nutzen.

Jeder müsse Verantwortung gerecht werden
Jeder müsse seiner Verantwortung gerecht werden, und zwar entsprechend seiner Verantwortungsnähe, sagte Albig. Er wies dabei darauf hin, dass sich die aktuellen Probleme aus dem Kreise der Bankenbranche aufgebaut hätten. Albig verband seinen Appell auch mit unverhohlener Kritik an dem in Not gekommenen Finanzinstitut HRE und den privaten Banken. Weder das Unternehmen selbst noch die privaten Banken hätten die Regierung im Vorhinein über die neuen Probleme informiert, die zum Scheitern des ersten Rettungsplanes geführt hätten. "Das ist schon sehr überraschend", bemängelte Steinbrücks Sprecher.

Unterdessen nahmen nach seinen Worten Fachleute von Regierung, Bundesbank und BaFin ihre Beratungen auf. Derzeit gehe es darum, die Fakten zu sammeln, zu prüfen und daraus Konsequenzen abzuleiten. Daran anschließen würden sich Beratungen mit den anderen Beteiligten, wie etwa den Banken. Ziel sei es, bis Öffnung der Börsen am Montagmorgen in Asien eine Lösung zu finden. Auch das Kanzleramt sei eingeschaltet. "Zu gegebener Zeit werden der Minister und die Kanzlerin entscheiden, ob und wie sie sich einbringen", sagte Albig. Zunächst seien aber erst einmal die Fachleute gefragt.

(apa/red)

5.10.2008 11:56