Investor Deripaska ist bei Magna draußen:
Kreditgeber greift auf sein Aktienpaket zu
- Globale Finanzkrise setzt den Russen unter Druck
- Strabag rechnet nicht mit Rückzug des Oligarchen

Oleg Deripaska steigt aus dem kanadischen Autozulieferkonzern Magna International aus, weil seine Aktien mit Fremdkapital gekauft und verpfändet waren. Damit ist einer von zwei spektakulären Derpaska-Deals mit Österreich-Bezug im vergangenen Jahr rückabgewickelt worden. An der Kontrolle von Magna durch Frank Stronach sowie der Zusammenarbeit von Magna und Deripaska in Russland soll sich nichts ändern - ebensowenig wie an der Eigentümerstruktur der Strabag.
Erst im September 2007 hatte "Russian Machines" indirekt 20 Prozent der Magna-Aktien um 1,4 Mrd. Dollar (1,007 Mrd. Euro) erworben. Seitdem hielten Frank Stronach, Deripaska und zwei Magna-Manager über eine gemeinsame Gesellschaft (M Unicar) 66 Prozent der Stimmrechte an Magna. Deripaska bekam 43 Prozent der Kapitalanteile - genauso viel wie Stronach -, den Rest teilten sich Siegfried Wolf und Don Walker. Die Stimmrechte innerhalb der Besitzgesellschaft übte Stronach jedoch allein aus.
Die Kooperation mit Magna zur Entwicklung einer Autozuliefererindustrie in Russland werde fortgesetzt, betonte Deripaskas Basic Element. Ihre Tochter "Russian Machines" kontrolliert Gaz, den zweitgrößten Autoproduzenten in Russland. Der Kreditgeber des Deals, auf den nun offenbar die Magna-International-Anteile übergehen, war die französische BNP Paribas.
Strabag rechnet weiter mit Deripaska
Magna Steyr erwartet keine negativen Konsequenzen aus dem Austieg des russischen Oligarchen, offiziell wurde keine Stellung genommen. Beim Baukonzern Strabag SE von Hans-Peter Haselsteiner, bei dem Deripaska 25 Prozent und eine Aktie hält, rechnet man damit, dass Deripaska als Aktionär bei der Stange bleibt.
Als Begründung des Rückzugs nannte Deripaskas Investment-Gesellschaft Basic Element die Finanzkrise. Deals wie dieser werden oft mit einem bestimmten Prozentsatz Fremdkapital finanziert, zum Beispiel 50 Prozent. Geht der Wert der gekauften "Ware" zurück, wie dies bei den Magna-Aktien geschehen ist, muss Eigenkapital nachgeschossen werden, widrigenfalls der Kreditgeber die Anteile übernimmt. Laut "WirtschaftsBlatt" sind auch die Strabag-Aktien Deripaskas zum Teil kreditfinanziert.
Die Zusammenarbeit zwischen Deripaskas Autofirmen und der Magna werde "völlig unbeeinträchtigt bleiben", sagte Magna-Spitzenmanager Siegfried Wolf. Man verfolge die gemeinsamen Projekte weiter.
Deripaska hat sein Vermögen mit dem Aufbau eines Aluminiumimperiums erzielt. Er ist laut einer Rangliste des russischen Wirtschaftsmagazins "Finans" der reichste Mann in Russland mit einem Vermögen von 40 Mrd. Dollar (27,1 Mrd. Euro). Deripaska selber hatte dazu mehrfach erklärt, sein Vermögen werde zu hoch eingestuft, da dabei große Kredite von Basic Element nicht berücksichtigt seien.
(apa/red)

