Freitag, 3. Oktober 2008

Österreicher horten 143 Mrd. am Sparbuch:
In turbulenten Zeiten besonders attraktiv

  • Heimische Institute führen 24 Millionen Sparbücher
  • Gesetzliche Einlagensicherung liegt bei 20.000 Euro

Das Sparbuch erfreut sich in Österreich großer Beliebtheit und ist für Anleger nicht nur in Zeiten turbulenter Aktienkurse attraktiv. Diskutiert wird derzeit angesichts der Finanzkrise in Europa und auch in Österreich eine Ausweitung der gesetzlichen Einlagensicherung.

Im ersten Halbjahr wurden mehr als 143 Mrd. Euro auf den Sparbüchern gebunkert, 2006 waren es noch 133,8 Mrd. Euro. Im ersten Halbjahr 2008 gab es österreichweit an die 24 Millionen Sparbücher oder sonstige Formen der Geldeinlage bei Banken, die nicht dem Zahlungsverkehr, sondern der Anlage dienten.

Die meisten Sparbücher, nämlich etwas mehr als 19,6 Millionen Stück, hatten im ersten Halbjahr 2008 eine Spareinlage bis 10.000 Euro, so die Information der Oesterreichischen Nationalbank (OeNB). Wesentlich weniger Sparbücher (rund 3,2 Mio.) verfügten über eine Einlage bis 20.000 Euro. Die gesetzliche Einlagensicherung, die in Österreich derzeit bei 20.000 Euro pro Person liegt, sicherte somit 22,8 Millionen Sparbücher zur Gänze ab.

Auf den Sparbüchern werden aber nicht nur Beträge bis zur Einlagensicherung, sondern auch darüber hinaus geparkt. So gab es insgesamt 233.205 Sparbücher mit einer Einlage bis 100.000 Euro, 108.406 Stück verfügten über eine Einlage bis 500.000 Euro.

Wer glaubt, dass sich Millionenbeträge nicht auf Sparbüchern befinden, der irrt. Im ersten Halbjahr gab es 4.414 Sparbücher mit einer Einlage bis 1 Mio. Euro, auf 1.490 Büchern wurde Angespartes von bis zu 3 Mio. Euro gelegt und auf 247 Sparbüchern befand sich ein Vermögen über 3 Mio. Euro.
(apa/red)

3.10.2008 13:15