Freitag, 3. Oktober 2008

Rettungsplan für Hypo Real Estate steht:
Auf Finanzspritzen von 35 Mrd. Euro geeinigt

  • Versicherungsbranche ebenfalls an Einigung beteiligt
  • Europäische Kommission gab grünes Licht für Plan

Der Rettungsplan für den angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Hypo Real Estate steht. Die Finanzindustrie einigte sich auf die Verteilung der Lasten in Milliardenhöhe, erfuhr die dpa aus Teilnehmerkreisen in Frankfurt. "Es ist ein Ergebnis zustande gekommen", hieß es nach den Gesprächen in den Räumen der Bundesbank in Frankfurt.

Bereits Anfang der Woche hatten sich die deutsche Bundesregierung und Banken grundsätzlich auf eine 35 Milliarden Euro schwere Bürgschaft sowie Finanzspritzen geeinigt; zuletzt stand das Konzept allerdings wieder auf der Kippe. Offiziell gab es für den Abschluss keine Bestätigung.

Versicherungsbranche ebenfalls beteiligt
An der Einigung war neben der Kreditwirtschaft nun auch die deutsche Versicherungsbranche beteiligt, hieß es weiter. Die Versicherungen waren zu den Gesprächen geladen, weil viele von ihnen stark in Pfandbriefe engagiert sind. Diese Wertpapiere werden unter anderem von der Hypo-Real-Estate-Tochter Depfa herausgegeben und weltweit gehandelt. Zuvor war dagegen vor allem darum gerungen worden, wie die Lasten zwischen den privaten Banken, dem Sparkassen-Lager und den genossenschaftlichen Banken aufgeteilt werden. Wer schließlich wie viel zahlt, wurde zunächst nicht bekannt; Details sollten im Laufe des Tages mitgeteilt werden.

Die Hypo Real Estate war vor allem durch ihre Tochter Depfa in Bedrängnis geraten, die sie vor rund einem Jahr übernommen hatte. Die Depfa hatte an den angespannten Geldmärkten nicht mehr ausreichend kurzfristige Kredite aufnehmen können und hätte den gesamten DAX-Konzern in den Abgrund reißen können.

Grünes Licht von der EU-Kommission
Die Europäische Kommission gab grünes Licht für das geplante milliardenschwere Rettungspaket für den angeschlagenen Immobilienfinanzierer.

(apa/red)

3.10.2008 08:02