NEWS-Kommentar: Willkommen in der Krise
- Markus R. Leeb über mögliche positive Effekte
- "Obama kann aufgrund der Krise Präsident werden"

Eine klare Botschaft an die Wall Street: Die Party ist vorbei! So sprach die demokratische Präsidentin des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi. Und das ist keine schlechte Botschaft für Normalbürger und Geldanleger. Denn die Wall Street hatte eine lange Party auf unsere Kosten gefeiert. Die US-Wirtschaft wurde mit Krediten finanziert, die schon bei ihrem Abschluss faul waren. Aber fein verpackt und mit gutem Rating ausgestattet, wurden diese faulen Kredite zum US-Exportschlager Nummer 1. Investmentbanker verdienten damit Milliarden, und alle spielten mit. Bis zum bitteren Ende.
Selbiges erleben wir jetzt hautnah. Nicht nur als Bankkunden. Strabag setzt Investitionen aus, und Magna streicht Jobs. Kredite werden teurer, und die Inflation steigt.
Trotzdem bleibt die Chance, dass daraus etwas Gutes erwächst: wenn die europäischen Unternehmen doch vorsichtiger bilanzieren und Reserven schaffen dürfen. Wenn Habgier nicht mehr die Finanzwelt regiert - und unappetitliche Gagen-Kaiser, die Hunderte Millionen kassiert haben, endlich vor Gericht kommen. Oder wenn die zu marktgläubigen Republikaner am 4. November abgewählt werden und Barack Obama zum ersten afroamerikanischen Präsidenten der USA gekürt wird.
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