Donnerstag, 2. Oktober 2008

Industriellenvereinigung für nationales Paket: Sorger mit Aufruf an die Regierung

  • Soll 16 Milliarden Euro Sicherheitsnetz spannen
  • Irland-Modell bei Einlagensicherung sei gutes Signal

Der Präsident der Industriellenvereinigung (IV), Veit Sorger, ruft die Bundesregierung dazu auf, ebenfalls ein Sicherheitspaket für die heimischen Banken zu schnüren. Das Volumen des Risikopaketes beziffert Sorger mit 16 Mrd. Euro. Das würde herauskommen, wenn man das US-Hilfspaket, das etwa 5 Prozent des BIP entspricht, auf Österreich umlegte, so Sorger.

"Die Finanzkrise bleibt nicht auf Amerika beschränkt, Österreich muss vorbauen, Europa muss vorbauen", so Sorger. Neben den USA habe auch Irland ein massives Paket geschnürt und Europa beginne jetzt ähnliche Maßnahmen zu ergreifen um Haftungen abzugeben.

"Wir gehen ja alle davon aus, dass diese Beträge nicht schlagend werden, sondern dass es ein Sicherheitsnetz ist, um Vertrauen in die Märkte hineinzubringen, um sie nicht zusammenbrechen zu lassen", so Sorger.

Aufruf an Regierung
Auch Österreichs Banken seien von der Finanzkrise betroffen. "Sicherlich ist jetzt auch die österreichische Regierung aufgerufen, ein Sicherheitspaket zu schnüren und ein Netz zu spannen, auf dass man zurückgreifen kann, wenn weitere dramatische Auswirkungen sind", so Sorger. Das Paket sollte so rasch als möglich umgesetzt werden. "Je schneller, desto besser, weil es Vertrauen aussendet", so der IV-Präsident.

Zweck dieses Risikopaketes wäre es, einen Haftungsrahmen zur Verfügung zu stellen, auf den im Notfall zur zurückgegriffen werden kann. "Aber wir wollen alle schauen, dass das nicht angegriffen wird", so Sorger.

Ein gutes Signal bei der Einlagensicherung wäre es auch, wenn Österreich den irischen Weg mittragen würden, so Sorger weiter. In Irland hat die Regierung eine Garantie für alle Bankeinlagen von sechs Großbanken für die nächsten Jahre abgegeben.

(apa/red)

2.10.2008 12:32