Freitag, 3. Oktober 2008

Heute wird es ernst im Repräsentantenhaus:
Zittern um Zustimmung für Milliarden-Paket

  • USA: Entwurf zu Finanzkrise das erste Mal abgelehnt
  • Skepsis: Börsianer schließen erneutes Nein nicht aus

Nach dem US-Senat soll heute auch das Repräsentantenhaus über das Rettungspaket für den angeschlagenen Finanzsektor abstimmen. In einem ersten Votum am Montag hatten die Abgeordneten den Entwurf mehrheitlich abgelehnt und damit die Unruhe an den Finanzmärkten verstärkt. Inzwischen liegt ihnen ein leicht veränderter Entwurf vor, der am Mittwoch im Senat eine deutliche Mehrheit gefunden hatte.

US-Präsident Bush beteiligte sich persönlich an den Bemühungen, zweifelnde Abgeordnete in Einzelgesprächen von dem Entwurf zu überzeugen. Die Führung des Repräsentantenhauses will den Text nur dann zur Abstimmung stellen, wenn eine Mehrheit sicher scheint. Andernfalls könnten sich die Beratungen bis ins Wochenende fortsetzen.

Wall Street auf Talfahrt
Die Unsicherheit über die geplanten Staatshilfen für die US-Finanzbranche und die rasante Eintrübung der wirtschaftlichen Aussichten schickten die Wall Street am Donnerstag auf Talfahrt. Auch an den Kreditmärkten gab es kaum Entspannung, sodass selbst Großkonzerne zunehmend Schwierigkeiten bei der Finanzierung bekommen. Der Dow-Jones-Index schloss 3,2 Prozent tiefer bei 10.482 Punkten.

Der breiter gefasste SP-500 verlor gut vier Prozent auf 1114 Zähler. Der Technologie-Index Nasdaq büßte sogar 4,5 Prozent auf 1976 Punkte ein.

Händler schlossen nicht aus, dass das Repräsentantenhaus trotz der Zustimmung des Senats bei einer neuen Abstimmung das Hilfspaket über 700 Milliarden Dollar (503 Mrd. Euro) erneut ablehnen könnte. Eine zunehmende Zahl der Börsianer ist zudem mittlerweile davon überzeugt, dass der US-Wirtschaft und damit auch Firmen und Verbrauchern harte Zeiten bevorstehen - unabhängig von dem Rettungspaket.

(apa/red)

3.10.2008 12:05