Frankreich lädt zum großen Krisengipfel:
Rettungsplan über 300 Milliarden angedacht
- Europäische Auffanglösung für kleinere Staaten
- Paris will eine Regulierung von Managergehältern

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Frankreich will seinen Partnern in der Europäischen Union einen Rettungsplan für die europäischen Banken in Höhe von 300 Milliarden Euro vorschlagen. Diesen Vorschlag will die Regierung in Paris am Samstag bei einem von Präsident Sarkozy einberufenen Treffen der vier europäischen G-8-Staaten mit EU-Kommissionspräsident Barroso und dem Präsidenten der Europäischen Zentralbank, Trichet, machen.
Neben Frankreich gehören Deutschland, Italien und Großbritannien zu den europäischen G-8-Staaten. Außerdem soll an dem Gipfeltreffen zur Finanzmarktkrise der Vorsitzende der Eurogruppe, der luxemburgische Ministerpräsident Juncker, teilnehmen.
"Was geschieht, wenn ein kleinerer EU-Staat von einer drohenden Bankenpleite betroffen ist. Vielleicht hat dieser Staat nicht die Mittel, um das Institut zu retten", sagte die französische Finanzministerin Christine Lagarde dem "Handelsblatt". "Daher stellt sich die Frage nach einer europäischen Auffanglösung."
Lagarde verwies in dem Zeitungsinterview auf die Finanzinstitute Fortis und Dexia, die zu Wochenbeginn von Belgien, den Niederlanden, Luxemburg und Frankreich durch eine Notverstaatlichung vor dem Zusammenbruch gerettet wurden. Die Rettungspakete wurden in bilateralen Verhandlungen geschnürt. Für Paris ist das keine dauerhafte Lösung.
Weitere Vorschläge aus Paris sind die Regulierung von Managergehältern im Finanzwesen sowie eine Lockerung der Bilanzregeln für Banken. "Wir wollen Banken erlauben, dass sie bestimmte Aktiva künftig zu historischen Anschaffungskosten bilanzieren können", sagte Lagarde. Bisher müssen Banken Wertpapiere zu Marktpreisen in der Bilanz bewerten. Die Preisschwankungen und damit verbundenen Wertkorrekturen zehren am der Eigenkapital der Institute. Genau dieser Mechanismus habe die Finanzkrise immer mehr verschlimmert, sagte Lagarde.
(apa/red)

