Arbeitslosenzahl im September gesunken:
Minus von 1,5 % gegenüber dem Vorjahr
- Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen & Älteren gestiegen
- Wien & Niederösterreich trotzen bundesweitem Trend

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Wirtschaftswachstum und Arbeitslosigkeit bis 2009
Im September ging in Österreich bundesweit die Arbeitslosigkeit zwar leicht zurück, in sieben Bundesländern wurde aber ein Zuwachs bei der Zahl der Arbeitslosen verzeichnet. Lediglich in Wien und Niederösterreich wurde die Arbeitslosigkeit verringert. Gestiegen ist die Arbeitslosigkeit bei Jüngeren und älteren Arbeitnehmern. Für Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Bartenstein ist mit der Arbeitslosenquote nach Eurostat-Berechnung von 3,3 Prozent für August "Vollbeschäftigung" erreicht. Laut AMS-Berechnung lag die Arbeitslosenquote im August allerdings bei 5 Prozent. Die Arbeiterkammer warnt trotz der guten Zahlen vor einer sich abzeichnenden Verschlechterung der Lage und fordert rasches Handeln.
Die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen ist im September im Jahresvergleich um 1,5 Prozent (2.820 Personen) auf 183.327 gesunken. Stärker rückgängig war die Zahl der gemeldeten freien Jobs, die um 7,7 Prozent (3.212) auf 38.514 zurückging. Die Zahl der Schulungsteilnehmer, die in der Statistik nicht als Arbeitssuchende gelten, stieg um 0,7 Prozent auf 50.469. Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit gegenüber dem Vorjahr waren bei Jugendlichen (+ 2,0 Prozent), bei Älteren ab 50 Jahren (+ 3,8 Prozent) und bei Ausländern (+ 2,4 Prozent) zu verzeichnen. Gesunken ist die Arbeitslosigkeit im Vorjahresvergleich bei Inländern (- 2,3 Prozent) und bei Langzeitarbeitslosen (- 5,2 Prozent).
Höchster Anstieg in Tirol
In der Bundeshauptstadt wurde ein Rückgang von 7 Prozent (4.693 Personen) verzeichnet, während in Tirol die Zahl der vorgemerkten Arbeitslosen um 10,4 Prozent (1.300) anstieg. Neben Wien ging die Zahl der Vormerkungen im September nur noch in Niederösterreich zurück (5,4 Prozent bzw. 1.665 Personen). In Vorarlberg stieg die Zahl der Arbeitslosen um 0,4 Prozent (35), in Oberösterreich um 0,9 Prozent (161) und in der Steiermark um 1,1 Prozent (271). Deutliche Zuwächse bei den Vormerkungen verzeichneten Salzburg (6,5 Prozent bzw. 499 Arbeitssuchende), das Burgenland (6,6 Prozent bzw. 340), Kärnten (7,6 Prozent bzw. 932). Den höchsten Anstieg der vorgemerkten Arbeitslosen gab es in Tirol mit + 10,4 Prozent (1.300).
Für Bartenstein ist mit den jüngsten revidierten Daten schon seit März Vollbeschäftigung in Österreich erreicht. Dies ergebe sich aus der rückwirkenden Korrektur der Eurostat-Daten für Österreich ab 2006, erläuterte dazu AMS-Vorstand Johannes Kopf. "Die alte Methode war träge, jetzt sind die Arbeitslosendaten richtig", erklärte Kopf die rückwirkende Korrektur. Nun sei der starke Rückgang der Arbeitslosenzahlen in Österreich besser in der Quote abgebildet. Mit dieser bestmöglichen Ausgangsbasis werde Österreich in die nächsten schwierigeren Monate gehen, rechnet Bartenstein mit einer deutlichen Eintrübung der Konjunktur.
AK warnt vor Wirtschaftsabschwung
Warnende Worte kommen von den Arbeitnehmerorganisationen: "Noch sinkt die Arbeitslosigkeit in Österreich, aber die Gefahr eines Wirtschaftsabschwungs und damit steigender Arbeitslosigkeit wächst täglich", sagt AK-Präsident Herbert Tumpel. Österreich brauche daher möglichst rasch eine handlungsfähige Regierung, die in der Lage sei, auf den drohenden Einbruch auf dem Arbeitsmarkt rechtzeitig zu reagieren. Das Wichtigste sei eine Stärkung der Kaufkraft durch eine Entlastung der kleinen und mittleren Einkommen, außerdem müsse weiter in die Ausbildung der Arbeitnehmer investiert werden. Auch der ÖGB ist besorgt: Die Situation werde sich in den nächsten Monaten noch verschärfen. "Die Zeit des Zuwartens ist vorbei, energisches Gegensteuern zur Ankurbelung der Wirtschaft ist angesagt", verlangt ÖGB-Arbeitsmarktsprecher und vida-Vorsitzender Rudolf Kaske.
(apa/red)

