Ex-Bankenboss vermisst Wertpapier-Paket:
Aktien im Studel um Lehman untergegangen
- Schweizer Bankier hielt 2,7 Prozent der UBS-Aktien
- Wertpapiere sind in der Konkursmasse verschwunden

Der frühere Chef der Schweizer Großbank UBS Luqman Arnold sucht seine UBS-Aktien. Das von seiner Beteiligungsgesellschaft Olivant gehaltene Paket von 2,78 Prozent ist im Strudel der Pleite der US-Investmentbank Lehman verschwunden.
Die britische Olivant hielt ihre UBS-Beteiligung über den Prime Broker Lehman Brothers International Europe (LBIE). Nach dem Konkurs von Lehman hat Olivant nun offenbar keinen Zugriff mehr auf die UBS-Aktien.
Olivant sei in Kontakt mit dem LBIE-Konkursverwalter, um wieder zu den UBS-Aktien zu kommen, heißt es in einer knappen Aussendung, die auf der Internet-Seite der Beteiligungsgesellschaft veröffentlicht wurde.
Prime Broker stellen Hedge-Fonds Fremdkapital gegen Sicherheiten-vor allem Wertpapiere - zur Verfügung. Diese Aktien verwenden die Prime Broker dann aber auch für eigene Zwecke und leihen sie zum Beispiel an Dritte aus. Daher sind sie nur schwer zu finden.
Selbst wenn die ausgeliehenen Aktien aufgespürt werden, kann sie der ursprüngliche Halter nicht einfach zurückfordern, da sie gemäß einem Bericht der "Neuen Zürcher Zeitung" als Teil der Konkursmasse angesehen werden. Denn nach britischem Recht ist die Ausleihung von Aktien mit einem Transfer von Eigentum verbunden.
Das bringt Arnold in arge Verlegenheit: So war am Tag vor der außerordentlichen Generalversammlung der UBS unklar, ob und mit welchem Gewicht er mitstimmen kann. Gemäß einem Bericht des "Tages-Anzeigers" kann Olivant das Stimmrecht nicht ausüben.

