US-Finanzkrise schwappt auf Europa über:
Rettungsaktionen in Milliardenhöhe erwartet
- 35 Mrd. Euro-Rettungspaket für die deutsche Hypo
- ATX schloss mit höchstem Tagesverlust seit 1997

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Die US-Finanzkrise schwappt immer mehr auch auf Europa über. Es zeichnen sich milliardenschwere Rettungsaktionen ab. Der Münchner Immobilien-und Staatsfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) erhält eine staatliche Unterstützung von bis zu 35 Mrd. Euro. In Brüssel sagten die Regierungen Belgiens, der Niederlande und Luxemburgs dem belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis 11,2 Milliarden Euro zu.
In London stand britischen Medienberichten die Hypothekenbank Bradford Bingley (BB) vor der Zerschlagung und Teilverstaatlichung. Um einen Zusammenbruch zu vermeiden, soll nach einhelligen Medieninformationen der Steuerzahler für BB-Verbindlichkeiten in Höhe von 63 Milliarden Euro geradestehen. In den USA bahnte sich Medienberichten zufolge der Notverkauf der wegen fauler Immobilienkredite in Schieflage geratenen Bank Wachovia an.
35 Mrd. Euro für deutsche Hypo
Das geplante Rettungspaket für den ums Überleben kämpfenden Hypo Real Estate beläuft sich nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur auf bis zu 35 Mrd. Euro. Dieses Paket zur Risikoabschirmung soll von privaten Banken und dem deutschen Bund getragen werden, hieß es am Montag in Berliner Koalitionskreisen.
Dem Vernehmen beträgt ein erster Teil des Rettungspakets etwa 14 Mrd. Euro. Davon sollen die privaten Banken 60 Prozent, der Bund 40 Prozent. Die zweite Risikoabschirmung von 21 Mrd. Euro soll der Bund alleine tragen. Wie hoch die tatsächlichen Verluste am Ende sein könnten, sei derzeit offen, hieß.
Verstaatlichung bei Fortis
Zum Fall Fortis erklärte der belgische Ministerpräsident Leterme, der Banken- und Versicherungsriese werde teilweise verstaatlicht. Seit Jahresbeginn hat die Aktie des Konzerns fast drei Viertel ihres Wertes verloren.
Nach Meinung von IHS-Chef Felderer droht bei einem stärkeren Übergreifen der US-Banken- und -Finanzkrise auf Europa statt des Abschwungs auch ein regelrechtes Absacken der Konjunktur. Auch aus der Sicht von Wifo-Chef Aiginger stehen "noch ruppige Monate bevor". Die Europäische Zentralbank sollte "genauso aktiv agieren" wie die US-Notenbank und den Euro-Leitzins senken, meinte Aiginger.
ATX schloss mit höchstem Tagesverlust seit 1997
Die Wiener Börse hat am Montag vor dem Hintergrund der Finanzkrise mit massiven Verlusten geschlossen. Der ATX beendete den Handel mit einem Minus von 8,05 Prozent bei 2.756,70 Punkten und verzeichnete damit den zweitgrößten Tagesverlust seiner Geschichte. Der Index ist nur knapp an einem Negativ-Rekord vorbeigeschrammt, das bis dato größte Tagesminus von 8,33 Prozent gab es am 28. Oktober 1997.
(apa/red)

