Freitag, 3. Oktober 2008

Brückner nominiert zwei Teamneulinge:
Arnautovic und Hölz im WM-Quali-Kader

  • Enschede-Youngster und Sturm-Graz-Mittelfeldmann
  • Özcan fällt verletzt aus - Schranz wird nachnominiert

Österreichs Fußball-Teamchef Karel Brückner hat eines der größten heimischen Talente an Bord geholt. Der 19-jährige Stürmer Marko Arnautovic steht erstmals im Aufgebot des Nationalteams, das am 11. Oktober in Torshavn auf die Färöer und am 15. Oktober in Wien auf Serbien trifft. Dazu berief Brückner mit Mittelfeldspieler Andreas Hölzl von Sturm Graz einen zweiten Akteur ohne Länderspiel-Erfahrung in sein vorerst 21-köpfiges Aufgebot.

Neben dem verletzten Salzburg-Mittelfeldspieler Christoph Leitgeb fehlt im Gegensatz zu den Auftaktpartien in Gruppe 7 gegen Frankreich (3:1) und Litauen (0:2) auch Stürmer Roland Linz. Der 27-Jährige war zuletzt bei seinem Club Sporting Braga in Ungnade gefallen. Dafür kehrt Roman Kienast (Helsingborg) ins Aufgebot zurück. Als fünften Stürmer hatte sich Brückner laut eigenen Angaben zwischen Arnautovic und Austria-Youngster Rubin Okotie entschieden.

Okotie in der U21
Okotie stürmt anstelle des A-Teams in der U21 in den entscheiden Playoff-Spielen der EM-Qualifikation gegen Finnland. "Diese Barrage ist sehr wichtig", sagte Brückner, der sich drei Stunden lang mit U21-Teamchef Manfred Zsak und ÖFB-Technikdirektor Willi Ruttensteiner beraten hatte. Den Kader fixierte der Tscheche dann gemeinsam mit seinen Team-Trainern Jan Kocian und Andreas Herzog. Weitere U21-berechtigte Spieler wollte das Trio nicht abstellen.

"Wir haben sehr viel über den Kader diskutiert", versicherte Brückner, der es sich vorbehält, bis zum Zusammentreffen des Teams am Montag in Lindabrunn noch Spieler nachzunominieren. Nicht im vorläufigen Aufgebot stehen weiterhin die Deutschland-Legionäre Ümit Korkmaz (verletzt) und Andreas Ibertsberger. Ein Fragezeichen stand am Donnerstag hinter dem dritten Keeper Ramazan Özcan, der sich im Training in Hoffenheim eine Knieverletzung zugezogen hatte.

Die Qual der Wahl
Im Angriff hat Brückner dafür die Qual der Wahl. Neben dem als Nummer eins gesetzten Marc Janko, dessen in Litauen glücklosem Ersatzmann Stefan Maierhofer und Rapids Erwin Hoffer nominierte der 68-Jährige auch Arnautovic und Kienast. "Arnautovic ist ein sehr interessanter Spieler", sagte Brückner über den 1,92-m-Mann von Twente Enschede. Herzog hatte ihm den technisch versierten Angreifer empfohlen, nachdem er ihn in der Champions-League-Qualifikation im August gegen Arsenal (0:2) beobachtet hatte.

"Er hat viel Selbstvertrauen, das wirkt vielleicht manchmal überheblich", sagte Herzog. "Aber über sein Potenzial braucht man nicht zu diskutieren. Er muss gefordert werden, damit er eine Topleistung bringt." Das Interesse des serbischen Verbandes, den gebürtigen Wiener für das Heimatland seines Vaters zu gewinnen, habe laut Herzog keine Rolle gespielt, nur dessen Qualität. "Klar wollen wir, dass er für uns spielt. Aber wenn er eine Flasche gewesen wäre, hätten wir ihn sicher nicht einberufen."

In den ersten drei Länderspielen unter Brückner hatte das ÖFB-Team stets mit nur einer groß gewachsenen Solospitze begonnen, in Torshavn könnten es auch mehr sein, deutete der Tscheche an. "Wir haben drei, vier Grundspielsysteme. Da ist vieles möglich", sagte Brückner, der sowohl Arnautovic als auch den zwei Jahre älteren Okotie "Niveau und sehr gute Perspektive" attestierte. Durch das Überangebot an jungen Stürmern war vorerst auch für Linz kein Platz mehr im Team.

Hölzl als Ergänzung
Im Mittelfeld dagegen musste Brückner nachjustieren, holte Hölzl als Ergänzung in den Kader. "Er hat meistens nicht sehr viele Ballkontakte, aber in der Nähe des Strafraums ist er sehr gefährlich", sagte der Tscheche über den 23-Jährigen, der 2006 unter Josef Hickersberger zwar bereits im Team gestanden, aber nicht zum Einsatz gekommen war. "Wir mussten den Kader auf seiner Position verstärken", erklärte Brückner. Der trotz fehlender Spielpraxis am rechten Flügel gesetzte Martin Harnik ist mit Gelb vorbelastet, Rene Aufhauser fehlt auf den Färöern wegen einer Sperre.

Hoffenheim-Goalie Özcan fällt aus
Österreich muss in den beiden WM-Qualifikationsspielen gegen die Färöer (11. Oktober auswärts) und Serbien (15. Oktober daheim) wie angenommen auf Goalie Ramazan Özcan verzichten. Der Hoffenheim-Schlussmann hatte sich im Training des deutschen Bundesligisten eine Kapselverletzung im rechten Knie zugezogen und steht daher nicht zur Verfügung, wie nach einer neuerlichen Untersuchung bekanntwurde.

"Die Bänder sind in Ordnung, er wird aber einige Tage nicht trainieren können", sagte ÖFB-Pressesprecher Peter Klinglmüller. Für den Vorarlberger wurde Kärntens Einsertormann Andreas Schranz, der bisher sechsmal im ÖFB-Tor gestanden ist, nachnominiert.


Tor: Alexander Manninger (Juventus Turin/30 Länderspiele), Jürgen Macho (AEK Athen/17), Andreas Schranz (Austria Kärnten/6)

Abwehr: Christian Fuchs (Bochum/21 Länderspiele/0 Tore), György Garics (Atalanta Bergamo/17/1 Tor), Ronald Gercaliu (Salzburg/13/0), Emanuel Pogatetz (Middlesbrough/33/2), Sebastian Prödl (Werder Bremen/15/2), Joachim Standfest (Austria Wien/33/2), Martin Stranzl (Spartak Moskau/51/2)

Mittelfeld: Rene Aufhauser (Salzburg/56/12), Martin Harnik (Werder Bremen/14/2), Andreas Hölzl (Sturm Graz/0/0), Andreas Ivanschitz (Panathinaikos Athen/45/7), Jürgen Säumel (FC Torino/16/0), Paul Scharner (Wigan Athletic/18/0)

Angriff: Marko Arnautovic (Twente Enschede/0/0), Erwin Hoffer (Rapid Wien/6/0), Marc Janko (Salzburg/5/2), Roman Kienast (Helsingborg/9/1), Stefan Maierhofer (Rapid Wien/3/0)

Anmerkung: Teamchef Karel Brückner behält es sich vor, bis zum
Team-Treffpunkt am Montag noch Spieler nachzunominieren.


(apa/red)

3.10.2008 18:56