Freitag, 3. Oktober 2008

Fränk Schleck gibt Zahlung an Fuentes zu:
Luxemburger wurde von CSC suspendiert

  • Radsport: 6.991 Euro an Doping-Arzt überwiesen
  • "Verhalten gegenüber dem Team unverantwortlich"

Der Luxemburger Radprofi Fränk Schleck hat zugegeben, im März 2006 knapp 7.000 Euro an den mutmaßlichen Doping-Arzt Eufemiano Fuentes überwiesen zu haben. Der dänische CSC-Saxo-Bank-Rennstall von Bjarne Riis suspendierte den 28-Jährigen umgehend, teilte das Team mit. "Sein Verhalten war gegenüber ihm selbst und dem Team unverantwortlich", sagte Riis. Schleck habe aber beteuert, niemals verbotene Substanzen oder Methoden benutzt zu haben. Er habe den Spanier Fuentes auch nicht persönlich getroffen.

"Wir sind sehr enttäuscht darüber, dass Fränk mit Personen Kontakt hatte, die unserem Sport großen Schaden zufügten", erklärte Riis in einem Kommunique. Schleck bleibt suspendiert, bis der Ausgang der Angelegenheit geklärt ist.

Fränk Schleck hatte im März 2006 6.991 auf ein Konto von Fuentes bei der Genfer Filiale der Bank HBSC überwiesen. Wenig später brach der Dopingskandal um die "Operacion Puerto" aus. Der Radprofi erklärte, das Geld sei für "Trainingsratschläge von Experten, die vermutlich mit den größten Namen des Sports zusammenarbeiteten", bestimmt gewesen. In der Mitteilung des Teams heißt es, zum Zeitpunkt der Überweisung sei der Zusammenhang mit Fuentes für Schleck nicht ersichtlich gewesen. Er habe die Kontakte sofort abgebrochen, nachdem ihm sein Vater dazu geraten habe.

Kein Anlass zu einem Dopingverdacht
Laut Teamchef Riis hätten die von Rasmus Damsgaard überprüften Blutwerte Schlecks zu keinem Zeitpunkt Anlass zu einem Dopingverdacht ergeben. In den Unterlagen zur "Operacion Puerto" gebe es keinerlei Hinweise dafür, dass Schleck in diese Affäre verwickelt sei. Der Radprofi sei im Weiteren bereit, mittels einer DNA-Analyse zu beweisen, dass er nie zu leistungssteigernden Mitteln gegriffen habe und dass in den bei Fuentes sichergestellten Blutbeuteln kein Blut von ihm enthalten sei.

Schleck war zuletzt von der Luxemburger Anti-Doping-Agentur ALAD zu dieser Angelegenheit befragt worden. Am Donnerstag hatte er sich nach Aigle an den Hauptsitz des Weltverbandes UCI begeben, um sich zur Sache befragen zu lassen. In der vergangenen Woche hatte die "Süddeutsche Zeitung" von Banküberweisungen Schlecks an Fuentes berichtet. Bei der diesjährigen Tour de France trug Schleck drei Tage das Gelbe Trikot. (apa/red)

3.10.2008 15:25