Freitag, 3. Oktober 2008

Tennis-Zirkus in der Wiener Stadthalle:
Wawrinka führt das Teilnehmerfeld an

  • Shootingstar Juan Martin Del Potro ebenfalls am Start
  • Koubek feiert nach langer Pause 'richtiges' Comeback

Zum 34. Mal geht kommende Woche das Wiener Tennis-Stadthallenturnier in Szene, zum ersten Mal unter dem Namen Bank-Austria-Trophy. Zwar fehlt der Traditionsveranstaltung die absolute Zugnummer, nachdem sowohl Novak Djokovic als auch James Blake ihre Nennung zurückgezogen haben. Aber das Feld wird vom Schweizer Stanislas Wawrinka angeführt, der sich heuer fast klammheimlich in die Top Ten gespielt hat.

Neben dem Vorjahres-Finalisten und Doppel-Olympiasieger an der Seite seines Landsmanns Roger Federer sind bei dem mit 674.000 Euro dotierten ATP-Turnier allerdings sehr viele Spieler zwischen 11 und 20 im Ranking am Start. Darauf baut auch Turnierdirektor Peter Feigl. "Wir werden von der ersten Runde an Weltklasse-Tennis sehen", ist sich Feigl sicher. Der Kartenvorverkauf lief ähnlich gut wie im Vorjahr, wobei sich viele Fans erst kurzfristig um Tickets bemühen. Natürlich werden viele serbische Fans, die im Vorjahr ihren "Nole" zum Turniertitel getrieben haben, fehlen.

Die Top 3 werden für Wien immer schwieriger zu finanzieren, dafür hat die Stadthalle auch immer wieder künftige Stars zu Gast: Juan Martin del Potro ist einer davon. Der seit kurzem 20-jährige Argentinier, der sich heuer in Kitzbühel mit einem Sieg im Endspiel über Jürgen Melzer schon einen Titel in Österreich geholt hat, gilt als Allrounder und hat heuer auch in Stuttgart, Los Angeles und Washington den Siegerscheck kassiert.

Del Potro hat einiges vor
Als derzeit Weltranglisten-12. ist er auf dem Sprung, erstmals die Top Ten zu erreichen. Sein Ziel ist es freilich, ganz nach vorne zu kommen. Schon in New York äußerte er sich dazu: "Nur wenn ich hart arbeite, kann ich einmal herankommen, aber ich habe die Waffen und die Kondition", weiß der "Gaucho" über sich. Er, der "spielen wie Safin und kämpfen wie Hewitt" will, trainiert mehr Kondition als Tennis, dies wird sich immer mehr bezahlt machen. Er und der ebenfalls in Wien startende Fernando Gonzalez (CHI/ATP-Nr. 11) stehen in Tokio diese Woche schon im Viertelfinale und zählen auch in der Stadthalle zu den Sieganwärtern.

Aus österreichischer Sicht gibt es vier Eisen im Feuer. Jürgen Melzer, die heimische Nummer 1, ist wohl das "heißeste" davon: "Er kann hier schon sehr weit kommen und auch einmal ein Semifinale erreichen", hofft Turnierdirektor Peter Feigl. Freilich hängt auch für den Niederösterreicher viel von der Auslosung im neuen offiziellen Spielerhotel, dem Fünf-Stern-Luxushotel "The Ring", ab.

Koubeks "richtiges" Comeback
Noch mehr Aufmerksamkeit wird wohl Stefan Koubek bekommen. Der 31-jährige Kärntner feiert in der Stadthalle sein "richtiges" Comeback nach sechsmonatiger Pause. Der Erstrunden-Auftritt beim Challenger in Mons (Niederlage gegen Olivier Rochus) am vergangenen Montag diente quasi nur zum Einschlagen, dennoch darf man sich von Koubek natürlich nicht allzu viel erwarten. Fehlende Matchpraxis kann auch das beste Training nicht wettmachen, ein bisschen fehlt ihm auch noch die Kraft in den Beinen.

Darum sieht er dem Turnier auch mit gemischten Gefühlen entgegen. "Der Eine in mir möchte am liebsten das Turnier gewinnen, der Andere in mir sagt mir, dass ich am Boden bleiben muss und schön langsam wieder ins Turniergeschehen hineinwachsen muss. Das Wichtigste ist aber schmerzfrei bleiben." Koubek hat übrigens auch den zwar gleichen (Opti-)Court getestet, der allerdings heuer um einiges schneller gemacht wurde. Vor allem die Bälle halten auf dem nun weniger rauen Untergrund länger.

Davis-Cup-Held bekommt Wildcard
Koubek bekommt ebenso eine Wildcard wie auch Davis-Cup-Held Alexander Peya, der in London mit dem entscheidenden Punkt zum 3:2 für den Klassenerhalt Österreichs in der Weltgruppe gesorgt hat. Und nach der Absage von Marin Cilic wegen einer Augenentzündung erhielt mit Martin Fischer ein weiterer ÖTV-Spieler eine Wildcard. (apa/red)

3.10.2008 16:20