Weidlinger plant ein fulminantes Debüt:
Erster Marathon soll gleich Rekord bringen
- ÖLV-Rekord von 2:12:22 im ersten Versuch brechen
- Sechs Wochen Höhentraining in Australien geplant

Wer glaubt, dass ein Günther Weidlinger das Marathontraining nur so aus dem Ärmel schüttelt, der irrt. "Ich bin zweimal am Tag eine halbe Stunde gelaufen und hatte am zweiten Tag einen Muskelkater", berichtete der Oberösterreicher, der das Training für die 42,195 Kilometer aufgenommen hat. Das Ziel: "Bei meinem ersten Start im Frühjahr 2009 muss der österreichische Rekord von 2:12:22 fallen." Gut möglich, dass dies am 19. April in Wien sein wird.
130 Kilometer in der ersten Woche, 150 bis 160 in der zweiten, 180 ab der dritten, Steigerung bis maximal 220 - so sieht das Training des früheren erfolgreichen Hindernis-, Mittel-und Langstreckenläufers in den kommenden Monaten aus. Und so angenehm wie zum Startschuss - Weidlinger regeneriert diese Woche nach dem Laufen im Avita Thermenhotel Bad Tatzmannsdorf - wird es nicht immer bleiben, wartet doch ab 2. November ein sechswöchiges Höhentraining im Skiresort Falls Creek (1.600 m Seehöhe) in Australien.
Für den 30-Jährigen, der nach drei lauffreien Wochen dem Trainingsauftakt am vergangenen Montag entgegenfieberte, steht fest, dass er zwischen Mitte April und Mitte Mai sein Marathon-Debüt geben wird. "Ich habe nächste Woche ein Gespräch mit Wolfgang Konrad vom Wien-Marathon, vielleicht entscheidet es sich dann schon. Medial wäre es der beste Marathon für mich, aber das Paket muss stimmen", meinte er zur APA - Austria Presse Agentur. Und das betrifft nicht nur die Finanzen, sondern auch den sportlichen Bereich (Tempomacher).
Alternativen zu Wien sind die Frühjahrs-Klassiker in London, Hamburg, Rotterdam und Zürich, aber auch Linz (17. Mai) hätte den Lokalmatador natürlich gerne am Start. Eine Wettergarantie kann natürlich kein Veranstalter liefern, hingegen ist Weidlinger zuversichtlich, dass er einen österreichischen Rekord bieten wird.
Gerhart Hartmann übertrumpfen
"Das ist ganz klar das Ziel, auf das wird hintrainiert, alles ist auf 2:12 ausgelegt. Ich möchte unter 2:12 laufen, wenn es noch besser wird, bin ich auch nicht sauer. Ich habe von 1.500 m bis Halbmarathon alle Rekorde, nur dieser fehlt mir noch." Und damit hätte er auch das Limit für die Freiluft-WM im August in Berlin in der Tasche (Limit wahrscheinlich 2:13). Den rot-weiß-roten Rekord hält seit 13. April 1986 in Wien Gerhard Hartmann.
In Australien wird Weidlinger am 30. November in Melbourne den Great Australia Run absolvieren, der Österreicher wurde als europäisches Aushängeschild eingeladen und läuft u.a. gegen "meinen Chef", den Marathon-Weltrekordler Haile Gebrselassie aus Äthiopien, und den Australier Craig Mottram. Gegen Ende des Australien-Aufenthalts hat Weidlinger noch die Teilnahme an einem Bahnmeeting geplant, möglicherweise auch als Tempomacher.
(apa/red)
