Donnerstag, 2. Oktober 2008

ÖTTV-Teams bei EM Medaillenkandidaten:
Elfköpfiges Aufgebot hat hohe Erwartungen

  • Spitzenspieler kämpfen auch mit Materialumstellung
  • In Belgrad waren die ÖTTV-Teams jeweils Fünfte

Der Zyklus der Tischtennis-Europameisterschaften schwenkt ab Samstag in St. Petersburg auf einen Einjahres-Rhythmus ein. Die russische Metropole ist der erste herbstliche Schauplatz der Kontinental-Titelkämpfe, nachdem bisher im Frühjahr und im Zweijahres-Rhythmus gespielt wurde. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält das neuntägige Turnier, da es unter Europas Assen nur sechs Wochen nach den Spielen in Peking zur Olympia-Revanche kommt.

Österreichs Team tritt elfköpfig und mit hohen Erwartungen an, schließlich ist die ÖTTV-Truppe im "europäischen Konzert" schon längst eine der Konstanten. Nachdem Werner Schlager und Co. in Aarhus 2005 mit je zwei Gold- und Silber- sowie einer Bronze-Medaille zur erfolgreichsten Mannschaft geworden waren, gelang zuletzt im März 2007 in Belgrad aber nur der Gewinn einer Bronze-Medaille - Schlager holte sie mit dem Franzosen Patrick Chila im Doppel.

Die Individual-Bewerbe beginnen erst am Mittwoch, wobei der Mixed-Bewerb gestrichen wurde. Es geht dann also nur noch um Einzel-und Doppel-Medaillen. Bis dahin stehen die Team-Konkurrenzen im Mittelpunkt, für beide österreichische Mannschaften mit jeweils intakten Medaillen-Chancen. In Belgrad waren die ÖTTV-Teams jeweils Fünfte, diesmal geht es in abgeändertem Modus, nämlich in jeweils vier Vierer-Gruppen um die K.o.-Phase.

Machbare Herren-Gruppe
Die ÖTTV-Herren bekommen es in Pool C mit Polen, Serbien und Schweden zu tun. Im Vierkampf um die Top Zwei und damit den Aufstieg in das Viertelfinale sind die Serben am schwächsten zu beurteilen, die Polen und Schweden aber nicht zu unterschätzen. "Die Schweden sind aber schwer einzuschätzen", erklärte der mit seiner Form zufriedene Schlager gegenüber der APA, ehe der seit Sonntag 36-Jährige in Richtung Russland abflog.

Bei den Skandinaviern ist nämlich der neue, alte Topstar Jörgen Persson nicht mit von der Partie. Der 42-Jährige lässt nach Olympia-Rang vier und dem Match-Sieg in der Champions League gegen Schlager die Titelkämpfe aus, da er noch an der Material-Umstellung zu arbeiten hat. Auf das seit Anfang September geltende "Frischklebe-Verbot" haben sich nämlich nicht alle Aktiven gleichmäßig eingestellt, was in St. Petersburg zum entscheidenden Faktor werden könnte.

Ziel der Damen: eine Medaille
Die ÖTTV-Herren um Schlager, Chen und Daniel Habesohn sind da auf einem guten Weg, ÖTTV-Damen-Bundestrainer Liu Yan Jun kann das von seinem Quartett Liu Jia, Li Qiangbing, Veronika Heine und Martina Petzner weniger behaupten. Alle suchen sie noch das für sie optimale Material. Dennoch sollte es im Damen-Teambewerb in Gruppe D gegen Italien, Polen und Belgien zumindest zu Rang zwei reichen. "Unser Ziel ist eine Medaille", meinte Liu Yan Jun selbstbewusst.

Neben den genannten ÖTTV-Aktiven ist natürlich auch Austrian-Top-12-Sieger Robert Gardos zu erwähnen, er hat sich bei seinem Club Cajagranada in Spanien auf die EM vorbereitet. Bei den Herren ist ansonsten Bernhard Presslmayer für Team und Einzel nominiert. Seine oberösterreichischen Landsleute Stefan Fegerl und Feng Xiaoquan reisen erst am Montag an, da sie nur im Einzel (Fegerl) und gemeinsam im Doppel nominiert sind.
(apa/red)

2.10.2008 10:10