Neue Melamin-Funde in Asien und Slowakei:
Konzerne Nestle und Mars sind betroffen
- Schokoprodukte in Südkorea vom Markt genommen
- Milchgetränke in der Slowakei aus Verkehr gezogen

Die Lebensmittelkonzerne Nestle und Mars müssen nach Melamin-Funden in Südkorea einige ihrer Produkte in dem Land aus den Regalen nehmen. Betroffen seien ein Schokoriegel und Schokolinsen, teilte Mars in McLean (USA) mit. Die koreanische Lebensmittel- und Gesundheitsbehörde habe in einzelnen Proben Melamin gefunden, die Werte lägen aber weit unter den in den USA und Europa geltenden Grenzwerten.
Der Schweizer Nahrungsmittelkonzern Nestle nahm auf Druck der Behörde in Südkorea einen Schokoriegel vom Markt, in dem die Chemikalie ebenfalls nachgewiesen wurde. Das Produkt sei nach internationalen Standards aber völlig sicher, erklärte das Unternehmen.
Auch Japan gehört mittlerweile zu den betroffenen Ländern des Melamin-Skandals. Nach Berichten japanischer Medien wurde bei Tests in einem chinesischen Schokoprodukt die giftige Chemikalie gefunden. Die Regierung in Osaka forderte die Importfirma NS International auf, die Süßigkeit vom Markt zu nehmen.
Milchgetränke in der Slowakei betroffen
Die slowakische Lebensmittelbehörde zog Milchgetränke aus dem Verkehr, die fast sechsmal mehr Melamin enthielten als erlaubt. Wie die Staatliche Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (SVPS) mitteilte, war das in Getränkedosen verkaufte Produkt mit der englischen Bezeichnung "Milk drink" illegal importiert worden. Einige Tage zuvor war Melamin im Milchshake eines China-Restaurants in Graz nachgewiesen worden.
In Deutschland waren nach dem Fund von Melamin-belasteten Bonbons in Baden-Württemberg auch in anderen Bundesländern verdächtige Süßigkeiten aufgetaucht. Die chinesischen Produkte wurden aus den Regalen von Asia-Läden genommen. Bisher konnte die giftige Chemikalie bei diesen Waren aber nicht nachgewiesen werden, teilweise standen die Ergebnisse noch aus.
In China waren durch Melamin nach offiziellen Angaben drei Babys ums Leben gekommen. Mehr als 50 000 Säuglinge erkrankten an Nierensteinen. Die Chemikalie, die in der Industrie als günstiges Bindemittel benutzt wird, wurde in China in großem Stil Milchpulver beigemischt, um einen höheren Eiweißgehalt der Milch vorzutäuschen.
(apa/red)
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