Samstag, 4. Oktober 2008

Kandidiert Stoiber für die Europawahl? Reaktion auf schwere Niederlage der CSU

  • Auch Schmid könnte nach Wahldebakel zurücktreten
  • Keine ausreichende Unterstützung mehr in Fraktion

Nach der schweren Niederlage der CSU bei der bayerischen Landtagswahl erwägt der frühere Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber nach einem "Focus"-Bericht, bei der Europawahl im Juni als Spitzenkandidat seiner Partei anzutreten. Stoiber fürchte, dass die CSU bei einer niedrigen Wahlbeteiligung die bundesweit erforderlichen fünf Prozent der Stimmen und so den Einzug ins Europaparlament verpassen könnte, berichtete das Magazin. Vertrauten habe Stoiber gesagt, er könne als prominentes Zugpferd für die CSU die meisten Stimmen ziehen und ihr so ein weiteres Wahldebakel ersparen.

Die Wahlschlappe könne nach Parteichef Erwin Huber und Ministerpräsident Günther Beckstein dem "Focus" zufolge einem weiteren Spitzenpolitiker das Amt kosten. CSU-Fraktionschef Georg Schmid habe in der Fraktion offenbar keine ausreichende Unterstützung mehr, berichtete das Magazin vorab aus seiner Bayern-Ausgabe. Schmid werde vor allem vorgeworfen, durch das von ihm durchgeboxte strenge Rauchverbot viele Wähler verprellt zu haben.

Als Nachfolger an der Fraktionsspitze werde in führenden Parteikreisen vor allem Huber gehandelt. Schmid hatte gestern wegen mangelnder Unterstützung seine Kandidatur für die Nachfolge Becksteins zurückgezogen. Damit bleiben noch der designierte Parteichef und Landwirtschaftsminister Horst Seehofer, Innenminister Joachim Herrmann und Wissenschaftsminister Thomas Goppel als Kandidaten für das Amt des Regierungschefs übrig.

(apa/red)

4.10.2008 10:39