Eine Million Kinder weltweit im Gefängnis:
Misshandlungen dadurch leicht ausgesetzt
- Ungeschützte Gruppen & Minderheiten in großer Zahl
- UN-Kommissarin fordert wirksamere Gegenmethoden

Rund eine Million Kinder weltweit lebt nach Schätzungen der Vereinten Nationen in Gefängnissen. Eine unverhältnismäßig große Zahl von ihnen gehöre ungeschützten Gruppen und Minderheiten an. Darauf hat die neue UN-Menschenrechtskommissarin Pillay hingewiesen. Anlass ihrer Rede war eine Woche der "Würde und Gerechtigkeit für Gefangene" (6.-12. Oktober).
Die ehemalige südafrikanische Richterin sprach von Millionen von Gefangenen, die entweder ungerechtfertigt interniert seien oder misshandelt würden. Kinder seien besonders gefährdet, da sie am leichtesten Misshandlungen ausgesetzt seien. "Wir sind nicht grundsätzlich gegen Gefängnisse und Gefangenenlager, aber sie sollten denjenigen vorbehalten bleiben, die es wirklich verdient haben, dort zu sein", sagte Pillay. Dazu gehöre eine internationalen Justiznormen entsprechende Gerichtsverhandlung.
Jeden Tag jedoch gebe es Hunderte neuer Fälle, bei denen Männer, Frauen und Kinder festgesetzt würden, manche unter fürchterlichen Bedingungen. Genaue Zahlen lägen der UNO aber nicht vor. "Im 21. Jahrhundert ist es nun wirklich höchste Zeit, dass wir wirksamere Gegenmaßnahmen ergreifen, um die versteckte und weitreichende Verletzung von Menschenrechten zu verringern", sagte die UN-Hochkommissarin.
Sie sei zufrieden, dass das oberste US-Bundesgericht den Häftlingen des US-Gefangenenlagers Guantánamo auf Kuba ebenfalls die ihnen zustehenden Menschenrechte zugesichert habe. In Europa bereite ihr Sorge, dass illegale Einwanderer immer länger festgesetzt würden, sagte Pillay. (apa/red)
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