Freitag, 3. Oktober 2008

Grüne Absage an Schwarz-Orange-Grün:
Vize-Chefin wirbt für Bündnis mit SPÖ & ÖVP

  • Glawischnig: Für "konstruktive Reformen" einsetzen
  • Schwarz-Orange-Grün wäre derzeit ohne Mehrheit

Die Grüne Vize-Chefin Eva Glawischnig hält - wenig überraschend - nichts von der Idee des BZÖ-Chefs Jörg Haider nach einer eventuellen schwarz-orange-grünen Koalition. Sie wolle nicht, dass die Grünen etwa von der Stimme Ewald Stadlers abhängig seien, sagte sie in der "ZiB2". Gleichzeitig warb sie für eine Regierungsbeteiligung ihrer Partei gemeinsam mit SPÖ und ÖVP.

Glawischnig erklärte, Rot und Schwarz hätten nun keine Verfassungsmehrheit mehr. Daher wäre es auch "für die beiden großen Parteien" zu überlegen, ob man sich von FPÖ oder BZÖ abhängig macht, meinte sie. "Ich möchte unsere Stimme für konstruktive Reformen zur Verfügung stellen", so die Grüne Vizechefin.

Schwarz-Orange-Grün ohne Mehrheit
Schwarz-Orange-Grün wäre nach derzeitigem Stand der Dinge freilich ohnehin nicht möglich. Nur falls die Grünen mit der Auszählung der ausstehenden Wahlkarten- und Briefwahl-Stimmen noch ein Mandat zulasten von SPÖ oder FPÖ dazubekommen würden, hätte Schwarz-Orange-Grün mit 92 Mandaten die Mindestanzahl an Abgeordneten für die Mehrheit im Nationalrat.

Zur personellen Zukunft der Grünen wollte sich Glawischnig nicht näher äußern. Es sei die persönliche Entscheidung von Bundessprecher Alexander Van der Bellen, wie lange er bleibt. Da wolle sie "keine Zurufe". Ob sie selbst Parteichefin werden wolle? Dies müsse sie mit sich selbst und den Parteigremien ausmachen, wenn es soweit ist.

(apa/red)

3.10.2008 07:47