Montag, 29. September 2008

Einige Prominente verlieren ihr Mandat:
Missethon und Amon stehen vor dem Aus

  • Änderung durch Wahlkarten und Vorzugsstimmen
  • Auch einige bekannte Zugänge im neuen Nationalrat

Die Wahl ist geschlagen und so mancher prominenter Abgeordneter schaut durch die Finger. Nach derzeitigem Stand kein Mandat haben unter anderem ÖVP-Generalsekretär Hannes Missethon, Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch und ÖAAB-Generalsekretär Werner Amon, SPÖ-Finanzsprecher Kai-Jan Krainer, Frauengeschäftsführerin Bettina Stadlbauer und die ehemalige Superintendentin Gertraud Knoll.

Bei den Grünen scheiterten Finanzsprecher Bruno Rossmann und Verkehrssprecherin Gabriela Moser, die FPÖ kommt künftig wohl ohne Langzeit-Mandatar Reinhard Bösch aus, das BZÖ ohne Veit Schalle.

Änderungen noch möglich
Fix ist das freilich alles noch nicht. Denn erstens kann sich durch Wahlkarten und Vorzugsstimmen noch einiges ändern und zweitens haben manche Mandatare auf zwei Ebenen Sitze geschafft, können also z.B. entscheiden, ob sie ein Landes- oder ein Regionalkreis-Mandat annehmen. Schließlich kommt noch der Faktor Regierungsbildung hinzu. Normalerweise gibt es nach der Fixierung eines Kabinetts noch eine ganze Reihe Nachrücker, da Abgeordnete dann in die Regierung vorrücken.

ÖVP hat meisten Sitze verloren
Für einige Mandatare sieht es aber schon wirklich düster aus, vor allem bei der ÖVP, die auch die meisten Sitze verlor. Der steirische Langzeit-Abgeordnete Johannes Zweytick ist sicher nicht mehr dabei. Während Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch nachrücken könnte, wenn Wirtschaftsminister Martin Bartenstein verzichtet, sieht es auch für ÖAAB-General Amon traurig aus. Noch schlechtere Aussichten hat Missethon.

Bei der SPÖ ist der Wiener Krainer der vielleicht prominenteste Ausfall. Stadlbauer steht ebenso wie Gesundheitssprecherin Sabine Oberhauser in der Warteschleife. Fix draußen scheint die Kärntner Abgeordnete Melitta Trunk. Hoffnung besteht für die Oberösterreicherin Sonja Ablinger, die nach aktuellem Stand aber auch über keinen Sitz verfügt. Gescheitert ist der Steirer Christian Füller.

Auch einige bekannte Zugänge
Neben den prominenten Abgängen gibt es im neuen Nationalrat auch bekannte Zugänge. So entsendet etwa die FPÖ die höchst umstrittene Spitzenkandidatin bei der Grazer Wahl, Susanne Winter, für das BZÖ zieht der frühere FPÖ-Niederösterreich-Chef Ernest Windholz in den Nationalrat ein.

Rechtsparteien am meisten dazu gewonnen
Überhaupt gibt es bei den beiden Rechtsparteien die meisten Zugänge. Die FPÖ begrüßt etwa den Anwalt Johannes Hübner in ihrem Klub, ebenso Harald Stefan und Heidemarie Unterreiner. Verbessert ist der Frauenanteil. Nach derzeitigem Stand wird es sieben freiheitliche Mandatarinnen geben - bei insgesamt 35 Abgeordneten. Bisher gab es nur eine Mandatarin im 21-köpfigen Klub.

Dafür dürfte das BZÖ der Männer-Klub schlechthin sein im künftigen Nationalrat. Zu Ursula Haubner kommt nur noch die frühere FPÖ-Bundesgeschäftsführerin Martina Schenk. Auch einige weitere Freiheitliche finden sich im 21-köpfigen orangen Klub, so unter anderem Ewald Stadler, Christoph Hagen und Ernest Windholz. Erstmals mit dabei ist der frühere Generalsekretär des BZÖ, Gerald Grosz. Wieder geschafft haben es Herbert Scheibner und Peter Westenthaler.

(apa/red)

29.9.2008 13:32