Wählerohrfeige für Rot-Schwarz: Größter Verlust der Zweiten Republik für SPÖ & ÖVP
- Große Koalition verlor gemeinsam fast 15 Prozent
- Ehemaligen Großparteien auf historischem Tiefstand

·ÖVP auf historischen Tiefststand abgestürzt
PLUS: Interne Macht-
Verhältnisse verschoben
·SPÖ erstmals unter der 30-Prozent-Marke
Trostpflaster: Aber zum 14. mal auf erstem Platz
·Historische Verluste für SPÖ & ÖVP - SPÖ 1.
FPÖ & BZÖ legen kräftig zu. Liberale scheitern
·Politiker konnten in Heimat kaum punkten
Gemeinden wählten nicht immer "ihren" Kandidaten
Die Große Koalition hat bei der Nationalratswahl den größten Verlust der Zweiten Republik erlitten. Gemeinsam büßten SPÖ und ÖVP - laut dem vorläufigen Endergebnis ohne Briefwahl - 14,35 Prozentpunkte Stimmenanteil ein. Noch größer war die Absage an die schwarz-rote Koalition bei der Tiroler Landtagswahl im heurigen Juni: Da verloren ÖVP und SPÖ gemeinsam 19,78 Prozentpunkte und setzten ihre gemeinsame Regierung dennoch fort.
Bei der NR-Wahl landeten die beiden - eigentlich ehemaligen - Großparteien auf ihrem historischen Tiefststand. Annähernd große Verluste für die Große Koalition hat es nur im Jahr 1949 gegeben, als die FPÖ-Vorgängerpartei "Wahlpartei der Unabhängigen" erstmals antrat - und im Jahr 1994, als die FPÖ damals unter Jörg Haider auf Erfolgskurs segelte.
Den größeren Anteil am Minus für die Große Koalition hat die ÖVP mit 8,72 Prozentpunkten, die im Juli des Jahres die Regierungszusammenarbeit aufkündigte und die Neuwahlen ausrief. Beim bisher größten Minus im Jahr 1994 war es die SPÖ, die damals 7,86 Prozentpunkte bei gemeinsam 12,26 verlor.
(apa/red)
