Montag, 29. September 2008

Analyse des rot-schwarzen Wahldebakels:
SP & VP verloren an FPÖ, BZÖ & Nichtwähler

  • Wählerströme: Rechtes Duell geht an das BZÖ
  • LIF gewann Stimmen von ÖVP, SPÖ und Grünen

Laut Wählerstromanalyse der ARGE Wahlen haben SPÖ und ÖVP die meisten Stimmen an die FPÖ abgegeben - 162.000 (ÖVP) bzw. 110.000 (SPÖ) Wähler gingen zu den Freiheitlichen. Den jeweils zweitgrößten Wählerschwund verzeichneten Rot und Schwarz in Richtung BZÖ.

Von der ÖVP wanderten demnach 100.000 Wähler zum orangen Bündnis, 82.000 Stimmen gingen von SPÖ zum BZÖ. Einen großen Abgang an Wählern verzeichneten ÖVP und SPÖ auch in Richtung Nichtwähler. Während von den Wählern der Volkspartei diesmal 86.000 zu Hause blieben, verlor die SPÖ 74.000 Stimmen an die Nichtwähler.

Das BZÖ konnte bei den Nichtwählern punkten und holte sich von dort 83.000 Stimmen. Der zweite große Wahlgewinner neben dem BZÖ - die FPÖ - verlor hingegen 52.000 Stimmen an die diesmal Daheimgebliebenen. Begeistern konnte die Partei von Heinz-Christian Strache ehemalige Wähler der (diesmal nicht angetretenen) Liste Hans-Peter Martins: 26.000 ehemalige HPM-Stimmen gingen an die Freiheitlichen. Geringer der Austausch zwischen FPÖ und BZÖ: Hier konnte das BZÖ mit 17.000 Stimmen den Saldo für sich entscheiden.

Das Liberale Forum zog vor allem von ÖVP, SPÖ und Grünen Stimmen ab. 24.000 Wähler gingen demnach von der ÖVP an die Liberalen. Die Grünen verloren 21.000 Stimmen an die letztlich am Einzug in den Nationalrat gescheiterten Partei von Heide Schmidt - die gleiche Zahl wanderte von der SPÖ an das LIF. (apa/red)

29.9.2008 13:44