Donnerstag, 2. Oktober 2008

Milchskandal greift auf Österreich über:
Positive Melaminprobe in Chinarestaurant

  • Probe eines Milchshakes überschritt die Grenzwerte
  • Gesundheitsministerium warnt nun vor Panikreaktion

Im Skandal um verseuchte Milchprodukte aus China hat man erstmals auch eine positive Melamin-Probe in Österreich gezogen. Knapp zwei Wochen nach Start der Lebensmittelkontrollen von chinesischen Produkten in Österreich wurde in einem steirischen Chinalokal ein Milchshake gefunden, bei dem der Grenzwert überschritten war. Das Produkt wurde inzwischen vom Markt genommen.

Der Lokalbesitzer aus der Steiermark gab gegenüber der Lebensmittelaufsicht an, das Milchgetränk zum Privatnutzen gekauft zu haben. Beim Verkäufer, einem Chinashop am Wiener Naschmarkt, wurde von der Lebensmittelbehörde umgehend nachschau gehalten, es konnten jedoch keine weiteren zu beanstandenden Produkte gefunden werden. Das Getränk wurde bereits vom Markt genommen.

Warnung vor Panikreaktion
Das Gesundheitsministerium warnte vor einer Panikreaktion. 184 Lebensmittelproben sind bisher gezogen worden. Darunter waren unter anderem Schokoladen, Zuckerln, Suppengrundlagen, Backmischungen und Kekse aus China, alles Produkte mit relativ geringem Milchanteil. 107 dieser Tests verliefen unauffällig, bei den restlichen standen die Ergebnisse noch aus.

"Es wird nicht viel zu finden sein. Die Aktion läuft seit 14 Tagen", meinte Ulrich Herzog, Bereichsleiter für Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium. Für Erwachsene bestehe ohnehin keine Gefahr.

In Deutschland sind mit Melamin verseuchte Zuckerln aus China neben Baden-Württemberg offenbar auch in Nordrhein-Westfalen in den Handel gelangt. In Asia-Geschäften in Dortmund und Bochum hätten Lebensmittelkontrolleure am Donnerstag Weichkaramellen der Marke "White Rabbit" gefunden, sagte eine Sprecherin des Landesverbraucherministeriums in Düsseldorf. Diese seien sofort aus den Regalen genommen worden.

(apa/red)

2.10.2008 14:38