Montag, 26. Jänner 2009

Die Psyche des Vierfach-Killers: NEWS hat das Gutachten vom Mörder von Strasshof

  • Seelenstripp: "Weil richtig war, was ich getan habe."
  • Kann jemand normal sein, der seine Familie auslöscht

Im vergangenen Juli tötete er vier Familienangehörige., Weil ich sie hasste', wie Josef B. im Verhör sagte. Er weiß, dass er wahrscheinlich bis an sein Lebensende hinter Gittern bleiben wird - und trotzdem ist Josef B., wie er sagt, mit sich "völlig im Reinen". Nun wurde seine Seele analysiert.

Eine Schwester, einen Bruder, ihre Lebenspartner zu erschießen, am 1. Juli 2008, in deren Häusern in Strasshof ...

"Die Strafe für all das, was sie mir angetan hatten." Die Delogierung aus deren Wohnung. Die schlimmen Gerüchte, die sie über ihn erzählt hatten.

"Kinderschänder haben sie mich genannt", so der 66-Jährige, "mich, dem niemals etwas je wichtiger gewesen" sei als seine Töchter, die er "abgöttisch" liebe.

Ist Josef B. "normal"? Kann jemand überhaupt "normal" sein, der auf einen Familienstreit derart abnorm reagiert; für den die Lösung von Zwistigkeiten, und seien sie auch noch so massiv gewesen, nur durch die Auslöschung seiner Kontrahenten möglich war?

"Völlig zurechnungsfähig"
Fragen, die in den vergangenen Wochen ein Gerichtspsychiater zu klären hatte - in stundenlangen Gesprächen hat Werner Brosch versucht, die Seele des Beschuldigten zu durchleuchten. In seinem kürzlich fertiggestellten Gutachten, das NEWS exklusiv vorliegt, kommt der Experte zu dem Schluss: "Hinweise auf eine Persönlichkeitsstörung oder eine sonstige schwere psychische Störung sind bei dem Untersuchten nicht nachweisbar."

Fazit: Der Täter gilt als voll zurechnungsfähig.

Wer ist Josef B.s? Wer ist dieser Mann, der - laut Untersuchungsergebnis - "in seinen sozialen Bezügen eher eingeschränkt" und dessen "Beziehungsgestaltung vom Prinzip des, Alles oder Nichts' gekennzeichnet" zu sein scheint?

Josef B.: Er wuchs mit sechs Geschwistern auf, in Niederösterreich, in ärmlichen Verhältnissen; die Eltern waren Landwirte. "Meine Kindheit ist schön gewesen, obwohl es daheim keinen Strom oder sonstigen Luxus gab - aber wir litten keine wirkliche Not, bekamen genug zu essen, mir ist nichts abgegangen." Angeblich auch nichts an Zuwendung, "obwohl Mutter und Vater so viel arbeiteten, dass sie nur wenig Zeit für uns hatten".

Nach acht Klassen Volksschule begann er eine Maurerlehre. "Ich wäre lieber Automechaniker oder Tischler geworden" - dennoch schloss er die Ausbildung ab. "Danach arbeitete ich unregelmäßig, nur, wenn ich Geld brauchte."

Den gesamten Bericht können Sie im NEWS 40/2008 nachlesen.

26.1.2009 18:06