Zahl der Mordfälle in Wien ist rückläufig:
Von 14 Morden wurden heuer zehn geklärt
- Im Vorjahr waren 18 Ermordungen zu verzeichnen
- Untersuchungen bei ungeklärten Fällen laufen weiter

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Tatwaffe gehört jedoch dem 26-jährigem Russen
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Angriffe mit spitzer Waffe
·Der "Stier" sank
für immer in die Knie
Porträt von Box-Champ Edip Sekowitsch
·Blankes Entsetzen
bei den Nachbarn
Fassungslosigkeit über Mord an Edip Sekowitsch
·Wien: Vier Messer-
Attacken in 2 Tagen
50-Jähriger erstochen. Blutiger Streit im MQ.
14 Morde sind heuer in Wien bisher entdeckt worden. Das sind um vier weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, sagte Dr. Hannes Scherz, stellvertretender Leiter der kriminalpolizeilichen Abteilung der Bundespolizeidirektion. Zehn der Bluttaten des Jahres 2008 sind bisher geklärt worden. Im Vorjahr waren es zu dieser Zeit 15 gelöste Fälle.
Der letzte bisher ungeklärte Mord wurde am 23. August entdeckt. Ein Wohnungsbrand in Rudolfsheim-Fünfhaus sollte anscheinend den gewaltsamen Tod einer 61-Jährigen vertuschen, die in ihrer Wohnung erschlagen wurde. Anschließend legte der Täter drei Brände. Das Opfer dürfte seinen Mörder gekannt haben, es ließ ihn in die Wohnung. Das Motiv liegt bisher im Dunkeln.
Ebenfalls ungeklärt blieb bisher ein Mord an einem Afrikaner, der im Juni dieses Jahres in der Leopoldstadt erstochen aufgefunden wurde. Nahmen die Ermittler zunächst an, dass es sich beim Mordopfer um einen 17-jährigen sudanesischen Asylwerber handelte, stellte sich später heraus, dass es ein 34-Jähriger aus Nigeria war. Auch hier sind die Hintergründe weitgehend unklar.
Mysteriöser Tod eines Magistratsbeamten
Noch mysteriöser ist der Tod eines 52-jährigen Magistratsbeamten, der Ende April im Innenhof einer Firma in der Neubaugasse im gleichnamigen Bezirk gefunden wurde. Der Mann wies schwerste Kopfverletzungen und eine Gehirnblutung auf. Die Todesursache ist nicht restlos geklärt. "Da wir Fremdverschulden nicht ausschließen können, wird der Fall bei uns als Mord gewertet", so Scherz.
Klarer sieht die Polizei, was einen erschlagenen 19-Jährigen betrifft, der in der Baustelle am Albertinaplatz in der City gefunden wurde. Die Todesursache ist klar, das Motiv ist wohl im Suchtgiftmilieu vom Karlsplatz zu suchen. Nur was den Täter betrifft, gab es bisher keinen Erfolg in dem medial als "Rechenmord" bekanntgewordenen Fall.
Untersuchungen laufen weiter
"Alles das heißt nicht, dass wir mit diesen Fällen abgeschlossen oder sie vergessen haben. Die Sache ist weiterhin im Laufen", betonte Scherz. Was genau das bedeutet, wollte er nicht sagen, unter Hinweis auf kriminaltaktische Überlegungen. "Das gilt für alle ungeklärten Verbrechen. Alles was bekanntgegeben wird, kann uns nicht helfen, sondern nur dem Täter." Jedenfalls sei auch einer der spektakulärsten Morde des Vorjahres, der erschossene Diamantenhändler Werner Haas vom September 2007, nicht zu den Akten gelegt.
Die spektakulärste Bluttat des Jahres war aber eine geklärte: Ein 39-Jähriger erschlug am 13. Mai in Wien-Hietzing seine Ehefrau und seine siebenjährige Tochter, im Anschluss in Ansfelden seine Eltern und abschließend in Linz seinen Schwiegervater mit einer Axt. Das Motiv liegt in den Schulden, die der Familienvater durch Fehlspekulationen angehäuft hatte. Ihm soll noch im Herbst der Prozess gemacht werden.
(apa/red)
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