Zagorec kämpft gegen seine Auslieferung:
Bei VfGH Antrag auf Aufschiebung gestellt
- Kroatischer Ex-General wegen Fluchtgefahr verhaftet
- Prozess wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung

Der ehemalige kroatische General und Vize-Verteidigungsminister Vladimir Zagorec kämpft mit allen rechtlichen Mitteln gegen seine Auslieferung an Kroatien. Nun langte eine Beschwerde beim Verfassungsgerichtshof ein, erklärte Christian Neuwirth, Sprecher des VfGh. Zagorec habe eine aufschiebende Wirkung beantragt und fordere, dass seine Auslieferung ausgesetzt wird.
Der VfGH werde "in den nächsten Tagen entscheiden und die Entscheidung bekanntgeben", sagte Neuwirth. Die Rechtsanwältin von Zagorec, Elisabeth Rech, begründete den Antrag auf Aufschiebung damit, dass Zagorec und seine Familie bei einer Überstellung nach Kroatien um sein Leben fürchten müssten. Sie gehe davon aus, dass die "körperliche Unversehrtheit" ihres Mandanten mehr zähle als die Notwendigkeit seiner Anwesenheit in Kroatien, argumentierte Rech.
Prozess wegen Amtsmissbrauch und Veruntreuung
Zagorec, der am Freitagabend in Wien offiziell wegen Fluchtgefahr festgenommen wurde, wird laut kroatischen Medien Amtsmissbrauch und Veruntreuung vorgeworfen. In Zagreb wird ihm seit einem Jahr der Prozess gemacht. Der 44-Jährige war bereits im März vorigen Jahres auf Basis eines internationalen Haftbefehls in Wien verhaftet worden. Gegen Hinterlegung der Kaution von einer Million Euro kam er wenige Tage später unter Auflagen auf freien Fuß. Im März dieses Jahres wies der Oberste Gerichtshof die Beschwerde gegen die Auslieferung von Zagorec ab.
Zagorec war während des Krieges in Kroatien (1991-1995) für die Beschaffung von Waffen für die kroatische Armee zuständig. Als das UNO-Waffenembargo Waffenexporte in die früheren jugoslawischen Teilrepubliken verbot, sollen die Geschäfte illegal durchgeführt worden sein.
(apa/red)
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