Montag, 22. September 2008

Arbeiterkammer: Österreicher ärgern sich am meisten über schlechte Urlaubshotels

  • Beschwerden im Flugverkehr nehmen stark zu
  • So kommen enttäuschte Urlauber zu ihrem Recht

Schimmel im Bad, kein Warmwasser oder defekte Klimaanlage. Mit insgesamt 43 Prozent der Beschwerden rangiert die mangelhafte Hotelunterbringung an erster Stelle. Insgesamt gab es 2008 deutlich mehr Beschwerden als im Jahr zuvor. Die meisten Reklamationen betrafen die Reiseländer Türkei, Griechenland und Ägypten.

Wer gleich reklamierte, kommt bisweilen vom Regen in die Traufe. Denn die neuen Hotelzimmer, die ersatzweise angeboten wurden, waren manchmal schlimmer als die alten. Überhaupt waren die Unterbringungen im heurigen Jahr das Hauptärgernis bei Reisenden. Lärm belastete heuer doppelt so viele Urlauber wie noch 2007 (neun Prozent): Baustellen im Hotel, gleich neben dem Hotel, Hotels in der Nähe des Flughafens. Zugenommen haben auch die Überbuchungen von Quartieren (acht Prozent).

Aber auch ganze Reisen werden ohne Abschlag völlig umgekrempelt, wie ein aktuelles Beispiel der Arbeiterkammer zeigt:

Es sollten acht schöne Tage werden an Bord der MS A-Rosa auf der Saone und Rhone durch Südfrankreich (von Dijon nach Avignon). Wegen Hochwassers konnte das Schiff im Hafen von Chalon nicht auslaufen und lag fest. Ersatzprogramm: eine Busfahrt, aber deutlich eingeschränkt. Denn für viele Sehenswürdigkeiten und Events blieb viel weniger Zeit. Statt gemütlich mit dem Schiff zu reisen und die Zielorte der Reihe nach anzulaufen, waren die Reisenden mit dem Bus hunderte Kilometer unterwegs und mussten umständ-liche Anfahrten in Kauf nehmen. Die AK intervenierte für einen Konsumenten, der noch auf einen angemessenen Preisabschlag wartet. In einer ersten Reaktion heißt es vom Reiseveranstalter, dass das nicht vorhersehbar war. Der Reiseveranstalter kündigte an, sich an die Reederei wegen einer Entschädigung zu wenden.

Ärger bei Flugreisen
Fast ein Drittel der Beschwerden (28 Prozent) betraf den Flugverkehr: Flüge sind überbucht, werden annulliert, zusammengelegt oder gestrichen, Verspätungen (drei bis 18 Stunden), Verlegung des Abflugortes, z.B. von Wien nach Linz, beschädigte Koffer, verspätet am Urlaubsort eintreffendes Fluggepäck (bis zu elf Tage).

Unklarheit über Storno
Gut jeder Zehnte (13 Prozent) hatte Fragen zur Zulässigkeit und Höhe der Stornogebühr. Einige waren sich auch nicht im Klaren über den Versicherungsschutz der Reisestornoversicherung.

Knapp sechs Prozent der Konsumenten mussten auf ihre Reise verzichten,weil sie kurzfristig auf Grund zu weniger Teilnehmer abgesagt wurde. Und einige Wenige ärgerten sich über die nachträglichen Preiserhöhungen.

Trostpflaster
Eine verpatzte Reise wieder gut machen, kann wohl keiner. Aber zumindest können die Urlaubswunden etwas gelindert werden. Schicken Sie Ihre schlimmste Urlaubserfahrung an trostpflaster@news-networld.at und news.at verlost unter allen Einsendungen ein herrliches Wochenende im 4-Stern-Quellenhotel & Spa Bad Waltersdorf.

Tipps der AK Konsumentenschützer
Machen Sie nach der Rückkehr Ihre Ansprüche mit einem eingeschriebenen Brief gegen den Reiseveranstalter geltend.

Lassen Sie sich bei Ihren berechtigten Beschwerden nicht mit Gutscheinen abspeisen. Eine Preisminderung ist in bar zu gewähren. Orientierung bietet die "Frankfurter Tabelle".

Schadenersatz für entgangene Urlaubsfreude ist unter Umständen möglich. Voraussetzung: erhebliche vom Reiseveranstalter verschuldete Mängel.

Für den nächsten Urlaub: Beanstanden Sie Reisemängel vor Ort. Dokumentieren Sie die Mängel, damit Sie Beweise haben – Fotos, Zeugen, Videos.

Mehr Informationen finden Sie unter Arbeiterkammer Wien

22.9.2008 12:01