Vorsicht vor Gebührenfallen bei Flugtickets:
Der VKI warnt vor versteckten Nebekosten
- Sparen durch Preisvergleiche und frühes Buchen
- Schnäppchen auch bei traditionellen Airlines zu holen

Immer häufiger werden Städteflüge im Internet gebucht. Reisende haben so die Möglichkeit, in Ruhe das für sie günstigste Angebot zu finden. Die Billigflieger werden dabei ihrem Namen noch immer gerecht, allerdings werden zum angegeben Flugpreis oft Gebühren für Gepäck, Kreditkartenzahlung oder Sitzplatzreservierung verrechnet. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) rät daher, die Angebote genau zu vergleichen, denn auch bei traditionellen Airlines wie etwa der Austrian Airlines (AUA) können Schnäppchen ergattert werden.
Reisende müssen bei Low-Cost-Carriern wie SkyEurope oder EasyJet für jede Leistung, die Linienflieger meist schon inkludiert haben, extra bezahlen, sagte VKI-Geschäftsführer Franz Floss vor Journalisten. Bei EasyJet und Co sei meist nur noch das Handgepäck im Preis inbegriffen und jedes weitere Gepäckstück werde zusätzlich verrechnet. So kostet die Aufgabe eines Koffers bei EasyJet 9 Euro, bei Ryanair und SkyEurope sind es 10 Euro.
Die Sitzplatzreservierung stellt laut VKI ebenfalls eine zusätzliche Einnahmequelle für die Billigairlines dar. Auch für die Zahlung mit Kreditkarte verlangen die Low-Cost-Carrier eine zusätzliche Gebühr. Bei Ryanair und SkyEurope fällt diese den Angaben zufolge sogar je Strecke an.
EU will Offenlegung der Kosten
In Zukunft sollen die Reisenden aber nicht mehr von zusätzlichen Kosten überrascht werden. Laut einer EU-Verordnung, die voraussichtlich im Herbst in Kraft tritt, müssen alle Fluggesellschaften Kosten für die Tickets offenlegen. Passagiere erhalten in Zukunft also eine vollständige Aufschlüsselung des Preises, der Steuern und der Flughafengebühren. Zusatzkosten wie etwa das Mitnehmen eines Gepäckstückes werden künftig am Beginn des Buchungsvorganges mitgeteilt. Die Verpflichtung zur Angabe der Bruttopreise bei Flugtickets gilt in Österreich bereits seit Anfang 2006.
Günstiger mit Frühbucherbonus
Neben dem Preisvergleich sollten Urlauber auch früh genug buchen, um günstige Tickets zu erhalten, erklärte Floss. Die aktuelle VKI-Erhebung habe gezeigt, dass etwa fünf Monate vor dem geplanten Abflug die Flüge von Wien beziehungsweise Bratislava nach London und wieder retour am günstigsten waren. Bei EasyJet, SkyEurope und Ryanair kosteten Flüge zu diesem Zeitpunkt rund 100 Euro, bei AUA und British Airways (BA) waren es zwischen 150 und 200 Euro.
Rund einen Monat vor Abflug kosteten die Tickets der Billigflieger 100 bis 200 Euro, bei BA 200 Euro und bei der AUA bis zu 300 Euro. Wer auf Schnäppchen kurz vor dem Abflug hofft, braucht viel Glück, sagte Floss. So wurde festgestellt, dass ein bis zwei Wochen vor dem gewünschten Abflug die Preise der Low-Cost-Carrier zwischen 200 und 400 Euro ausmachten. Bei den Linienfliegern kostete ein Ticket zwischen 400 und 800 Euro.
Gute Preise auch bei Linienairlines
Zu einem ähnlichen Ergebnis wie der VKI kommt auch eine Erhebung des Autofahrerclubs ÖAMTC. Linienairlines würden zum Teil bessere Preise bieten und das, "ohne großen Wirbel zu machen", hieß es in einer Aussendung. Auch der ÖAMTC rät, auf versteckte Zusatzkosten zu achten. So sei etwa bei Germanwings, SkyEurope, TUIfly und der AUA eine kostenpflichtige Reiseversicherung voreingestellt, die der Reisende erst wegklicken müsse.
(apa/red)
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