Montag, 29. September 2008

Schöne Mamis und nicht so hübsche Söhne:
Gene für gutes Aussehen diametral vererbt

  • Gute Gene beim anderen Geschlecht negativen Effekt
  • Bei zu vielen Schönlingen litte die genetische Vielfalt

Eine Biologin aus der Schweiz hat vermutlich eine Antwort auf die Frage gefunden, warum angesichts besserer Chancen attraktiver Partner eine Spezies insgesamt nicht schöner wird. Katharina Foerster von der Universität Neuchatel stellte bei Forschungen an Rotwild fest, dass jeweils der stattlichste Platzhirsch die am wenigsten anziehenden weiblichen Nachkommen hat.

Damit, so das Magazin GEO in seiner Oktober-Ausgabe, hat Foerster vermutlich zugleich einen Grund entdeckt, weshalb der Anteil der Attraktiven in einer Population nicht zunimmt.

Nach der Darwinschen Lehre wäre eigentlich zu erwarten, dass Gutaussehende ihre Gene erfolgreicher verbreiten als andere, weil sie als Väter und Mütter stärker begehrt sind. Dass dies nicht der Fall ist, dürfte der Biologin zufolge an entgegengesetzt wirkender Erbinformation (antagonistischen Genen) liegen. Das heißt: "Gute" Gene eines Elterntiers haben im jeweils anderen Geschlecht der nächsten Generation häufig einen negativen Effekt. So waren die Töchter jener Hirsche, welche die meisten Nachkommen zeugten, kaum begehrt und setzten weniger Kinder in die Welt als die weiblichen Nachkommen "unattraktiver" Väter.

Genetische Vielfalt erhalten
Die Erbanlagen, die ein attraktiver Elternteil weitergibt, wirken sich nur an Kindern seines Geschlechts positiv aus. Einen solchen Mechanismus schließt Katharina Foerster auch beim Menschen nicht aus. Möglicher Sinn der antagonistischen Gene könnte sein, dass bei allzu vielen Schönlingen die genetische Vielfalt litte. Und dies würde eine Spezies schwächen. (apa/red)

29.9.2008 16:07