Schlaganfall gilt als Todesursache Nummer zwei: 20.000 Österreicher erkranken jährlich
- Jeder 4. Mann und 5. Frau bis 85 Jahren betroffen
- Höchster Risikofaktor nicht behandelter Bluthochdruck

·"Stiller Schlaganfall" kündigt Hirninfarkt an
Mehr als zehn Prozent der
Senioren sind betroffen
·Herzinfarkt und Co. weiterhin Killer Nr. 1
Fast 33.000 Österreicher
erlagen 2007 den Leiden
·Feinstaub erhöht das Schlaganfall-Risiko
Unglaublich! Wirkung tritt schon binnen Stunden ein
Weltweit eine steigende Gefahr, in Österreich mindest teilweise medizinisch beherrscht: der Schlaganfall. Doch es gibt viele Möglichkeiten für Verbesserungen. Kommenden Mittwoch beginnt in Wien die World Stroke Conference (bis 27. September). Rund 3.000 Teilnehmer werden in der Neuen Messe Wien erwartet.
In Österreich erleiden pro Jahr rund 20.000 Menschen einen Schlaganfall. 85 Prozent diese akuten Erkrankungen werden durch einen Gefäßverschluss in Folge eines Thrombus im Gehirn hervorgerufen. Jeder vierte Mann und jede fünfte Frau im Alter bis 85 Jahren erleidet einen Schlaganfall. 31 Prozent der Schlaganfallpatienten benötigen danach allgemeine Hilfe, 20 Prozent Hilfe beim Gehen, 16 Prozent müssen wegen schwerer Langzeit-Invalidität in Pflegeeinrichtungen aufgenommen werden.
Risikofaktor Bluthochdruck
Die größten Risikofaktoren sind nicht oder nicht ausreichend behandelter Bluthochdruck sowie die klassischen Herz-Gefahren durch Rauchen und hohe Cholesterinwerte im Blut. Wichtig wären eine optimale Vorsorge mit Vermeidung der Risikofaktoren, aber auch die sofortige Aufnahme in eine spezialisierte Krankenhausabteilung im Akutfall, wo man mit Thrombolytika den Gefäßverschluss wieder auflösen kann. Am besten funktioniert dies innerhalb von 90 Minuten ab dem Auftauchen von Symptomen.
"Time is brain"
"Unbehandelt bleiben nur 26 Prozent der Patienten ohne Langzeitschäden, mit Behandlung hingegen 39 Prozent", so der Wiener Neurologe Wilfried Lang (Krankenhaus Barmherzige Brüder). In Österreich hat sich die Sterblichkeit nach Schlaganfall in den vergangenen Jahrzehnten deutlich reduziert. 1970 wurden noch 14.737 Todesfälle wegen "Hirngefäßerkrankungen" registriert, im Jahr 2006 waren es 5.611. Die Sterblichkeit sank somit von 129,5 pro 100.000 Einwohner und Jahr auf 27,8 pro 100.000 Menschen und Jahr.
Schlaganfall ohne sichtbare Symptome
Zunehmend allerdings kommt ein zusätzliches Problem ans Tageslicht. Mehr als zwei Drittel der Schlaganfälle verursachen offenbar keine Symptome. Sie schädigen aber trotzdem das Gehirn. Hier gibt es noch kaum Lösungsansätze.
Wiener Konferenz zum Schlaganfall
"Es handelt sich international um die größte Schlaganfallkonferenz. Diese Erkrankung ist weltweit bereits die zweithäufigste Todesursache. Sie hat den Krebs überholt und epidemische Ausmaße erreicht. Das ist vor allem auf die Entwicklung in den asiatischen Ländern zurückzuführen. Immer häufiger sind auch junge Menschen Opfer dieser Erkrankung", so Tagungspräsident Michael Brainin (LKH Tulln/Niederösterreich).(apa/red)
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