Freitag, 26. September 2008

Aktion zur Asteroiden-Abwehr gefordert:
Internationale Zusammenarbeit notwendig

  • Abläufe sollen von Gremium koordiniert werden
  • Hunderttausende Himmelskörper noch unentdeckt

Wissenschaftler, Astronauten und Rechtsexperten drängen auf eine internationale Zusammenarbeit zur Abwehr möglicher Asteroiden-Einschläge auf der Erde. "Die Entscheidung, Aktionen zu ergreifen, muss von einer internationalen Staatengemeinschaft gelenkt werden", sagte Apollo-9-Astronaut Rusty Schweickart in San Francisco (US-Staat Kalifornien).

Nach über zweijähriger Zusammenarbeit mit Experten aus aller Welt hat die Raumfahrerorganisation ASE einen Bericht mit Handlungsvorschlägen vorgestellt, der Anfang 2009 den Vereinten Nationen (UN) vorgelegt werden soll.

Abwehr technisch machbar
Einzelne Staaten könnten nicht angemessen auf die Bedrohung durch Asteroiden reagieren, betonte Schweickart. Die Abwehr potenziell gefährlicher Himmelskörper sei technisch machbar, die Abläufe müssten aber von einem internationalen Gremium unter Aufsicht der UN koordiniert werden.

Hunderttausende weitere Asteroiden
Die Wissenschaftler rechnen damit, dass in den nächsten 10 bis 15 Jahren mit Hilfe neuer Teleskope hunderttausende weitere Asteroiden entdeckt werden, darunter auch solche, die der Erde gefährlich werden könnten. "So selten schwere Kollisionen vorkommen, umso folgenschwerer können sie sein, hundertmal schlimmer als der größte Hurrikan oder das schwerste Erdbeben", erklärte Schweickart. "Mit relativ preiswerten Methoden ließe sich das verhindern, aber nur wenn wir eine gemeinsame Strategie entwickeln".

Der 1985 gegründeten Association of Space Explorers (ASE) gehören mehr als 300 Astronauten aus 34 Ländern an.

(apa/red)

26.9.2008 10:12