FORMAT-Tipps für verunsicherte Aktionäre:
So segelt man sicher durch die Finanzkrise
- Nervosität der Börsen wird sich erst langsam legen
- Finanztitel meiden, zuschlagen bei Austro-Papieren

·Größte Bankenpleite in der US-Geschichte
Washington Mutual in Notverkauf abgestoßen
·Kein Durchbruch bei US-Finanzmarktkrise
Gipfeltreffen: Uneinigkeit über Rettungspaket
Wir brauchen das Geld sofort!" Mit diesem Ultimatum forderte US-Finanzminister Hank Paulson vom US-Kongress 700 Milliarden Dollar zur Stabilisierung der krisengeschüttelten Finanzmärkte ein. Mit dem gigantischen Betrag soll der drohende Kollaps des internationalen Bankensystems abgewendet werden. Ist mit dem 700-Milliarden-Dollar-Notfallpaket jetzt das Schlimmste ausgestanden? FORMAT liefert Antworten auf diese und andere wichtige Fragen, die sich Anleger jetzt stellen.
Die Börsen von Tokio bis New York reagierten auf Paulsons Worte zunächst euphorisch. Der Wiener ATX markierte mit 11,5 Prozent Plus den höchsten Tagesgewinn seiner Geschichte, der Moskauer RTS-Index schoss sogar um 22,4 Prozent in die Höhe. Ob Finanzminister Paulson und US-Notenbankchef Ben Bernanke tatsächlich als Retter der Aktionäre in die Geschichte eingehen, wird sich erst in den kommenden Monaten zeigen. FORMAT analysiert, wie sich Anleger jetzt verhalten sollen und beantwortet dafür acht zentrale Fragen.
1. Ist der Tiefpunkt der Krise erreicht?
Wenn das Rettungspaket wie geplant in Kraft tritt, ist der entscheidende Schritt zur Gesundung der weltweiten Finanzmärkte gesetzt. Dann wäre jetzt tatsächlich die Talsohle erreicht. Trotzdem kann es noch Wochen dauern, bis sich die extreme Nervosität der Börsen legt. So reagierten die Börsen auch in dieser Woche mit extremen Ausschlägen. Der Ölpreis explodierte zeitweise um 25 Dollar, innerhalb von nur fünf Tagen wurde Öl um bis zu 44 Prozent teurer. Das ist mehr als 1990, als der Irak in Kuwait einmarschierte. Der Goldpreis erlebte gerade sowohl nach oben als auch nach unten die höchste Tagesschwankung aller Zeiten. Und auch bei Aktien ist das Auf und Ab weiter heftig.
2. Was spricht für den Börseneinstieg?
Die Aktien sind historisch nach den massiven Börsenverlusten ausgesprochen billig. So liegt der EuroStoxx derzeit bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10,4, gemessen an den tatsächlich erzielten Gewinnen der vergangenen vier Quaratale, deutlich günstiger als der langjährige Schnitt von 14,6. Der ATX ist mit einem KGV von 9,3 noch günstiger, die russische Börse notiert bei einem KGV von unter sechs. Als die Börsen das letzte Mal im Frühjahr 2003 so günstig waren wie heute, haben sich die Kurse anschließend mehr als verdoppelt. Wer sein Geld mit einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren investiert, kauft jetzt zum Diskontpreis.
3. Wo sind sichere Häfen für mein Geld?
Absolut sicher ist das Geld am Sparbuch bis zur Grenze der Einlagensicherung von 20.000 Euro. Für ein Jahr Bindung zahlen Institute wie die Hypo Vorarlberg oder die bankdirekt.at fünf Prozent Zinsen. Für täglich fälliges Geld bekommt man bei der livebank.at derzeit 4,55 Prozent.
4. Welche Aktien soll man kaufen?
Wer das Risiko so weit wie möglich reduzieren will, sollte Finanztitel derzeit noch generell meiden und stattdessen Unternehmen mit einem stabilen Geschäftsmodell wählen. In Österreich sind das zum Beispiel die Post oder die voestalpine. Auch OMV und Verbund sind gut und günstig, Intercell zählt weiter zu den Hoffnungsträgern der Wiener Börse.
5. Was ist jetzt die beste Taktik?
Die sicherste Form, nachhaltig von der Krise zu profitieren, ist der Einstieg in Etappen. Maarten Slendebroek, Europa-Chef der Fondsgesellschaft BlackRock: "Man sollte jetzt vorsichtig agieren. Wenn ich jetzt 10.000 Euro anlege, würde ich vier Monate lang jeweils 2.500 Euro investieren. Den exakt richtigen Zeitpunkt zu erwischen gelingt nur durch pures Glück." Und das ist bekanntlich nicht weit vom Pech entfernt.
Die ganze Geschichte lesen Sie im aktuellen FORMAT 39/08!

