Countdown für den Alitalia-Bankrott läuft:
Airline bangt um den Entzug der Fluglizenz
- Flüge sind noch bis zum 30. September garantiert
- Berlusconi: Gewerkschaften für Misere verantwortlich

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Bündnis zieht Angebot nach Ultimatum zurück
·Hechte und Karpfen im Teich der Airlines
Fusionen und Umbrüche in der Luftfahrt Europas
Alitalia hat nur noch wenige Tage, um den Bankrott abzuwenden. Das Unternehmen muss bis Donnerstag einen Rettungsplan vorlegen. Andernfalls werde der Firma die Betriebserlaubnis entzogen, sagte der Präsident der nationalen zivilen Luftfahrtbehörde, Riggio. "Unser Büro hat drei Tage Zeit, die Stichhaltigkeit des Plans zu prüfen", sagte er nach einem Treffen mit Alitalia-Insolvenzverwalter Fantozzi.
Fantozzi sucht noch nach alternativen Plänen zum Verkauf der Airline. In Kürze wird in drei italienischen Tageszeitungen und in einem internationalen Wirtschaftsblatt eine Aufforderung veröffentlicht, bis 30. September Interessenerklärungen für die Alitalia oder Teile der Gesellschaft einzureichen. Die Aufforderung wurde bereits am Montag auf der Alitalia-Webseite veröffentlicht.
Flüge bis zum 30. September garantiert
"Wenn bis zum 30. September kein vernünftiges Angebot für die Alitalia eingetroffen ist, werde ich die Suspendierung der Fluglizenz beantragen", sagte Fantozzi. Die Alitalia-Flüge seien bis zum 30. September garantiert.
Der italienische Arbeitsminister, Maurizio Sacconi, sagte, es gebe keine Alternative zum Übernahme- und Rettungsplan, den die italienische Investorengruppe CAI vorgelegt hatte. Die Gruppe, die die gesunden Teile der Alitalia mit der privaten Fluggesellschaft Air One fusionieren wollte, hatte am Donnerstag wegen der Unnachgiebigkeit der Pilotenverbände und der Gewerkschaften ihr Angebot zurückgenommen. Der Minister äußerte die Hoffnung, dass die Gewerkschaften die Kontakte zur Unternehmergruppe CAI wieder aufnehmen werden.
Berlusconi: "Gewerkschaften verantwortungslos"
Inzwischen machte der italienische Regierungschef Berlusconi die Gewerkschaften für das Scheitern des Übernahme- und Rettungsplans verantwortlich. "Die Gewerkschaften sind verantwortungslos. Sie berücksichtigen nicht das Wohl des Landes und die sozialen Probleme, die durch ihr Verhalten entsteht. Sie haben die Unternehmer der Investorengruppe CAI sogar als "Banditen" bezeichnet. Sie haben sie somit entmutigt. Ihr Verhalten wird Arbeitslosigkeit und Katastrophen als Folge haben", sagte er. (apa/red)

