Tauziehen um neuen Finanzchef der ÖBB: Am 2. Oktober Kandidaten-Hearing geplant
- Ausgang der Nationalratswahl mitentscheidend
- Neuer Finanzchef wird schweres Erbe übernehmen

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Die Österreichischen Bundesbahnen suchen einen neuen Finanzchef. Am 14. Oktober wird laut "Salzburger Nachrichten" im ÖBB-Aufsichtsrat die Entscheidung über den neuen Finanzchef fallen, am 2. Oktober findet ein Hearing mit den Kandidaten statt. Der derzeitige Finanzchef Söllinger, der über die spekulativen Swap-Geschäfte mit der Deutschen Bank gestolpert ist, muss per Ende Oktober den Hut nehmen.
Drei Kandidaten stehen auf der Shortlist für die Söllinger-Nachfolge: Clemens Schneider, Finanzchef des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), Josef Halbmayr, Finanzchef des ÖBB-Personenverkehrs, und Gernot Schieszler, Festnetz-Finanzchef der Telekom Austria.
Zum Zeitpunkt des Hearings mit den Kandidaten am 2. Oktober, vier Tage nach der Nationalratswahl, könne es natürlich noch keine neue Regierung geben, doch der Ausgang der Wahl werde mitentscheiden, so die Zeitung: Liegt die SPÖ merklich vor der ÖVP, könnte sie mit der ihr zugeordneten Mehrheit im ÖBB-Aufsichtsrat ihren Wunschkandidaten Schneider durchbringen. Damit wären die Schlüsselpositionen in der ÖBB-Holding wieder umgefärbt: Auf den "schwarzen" ÖBB-Chef Huber, der im Frühjahr zurückgetreten war, folgte der "rote" ÖBB-Chef Klugar. Söllinger gilt als ÖVP-Mann. Hat die ÖVP am 28. September die Nase vorn oder fällt das Rennen zwischen SPÖ und ÖVP knapp aus, würde der Finanzchef wohl in "schwarzer" Hand bleiben. Dann habe Halbmayr die besseren Karten, schreiben die "SN".
Schweres Erbe
In jedem Fall hat der neue Finanzchef ein schweres Erbe anzutreten. Wegen der Wertpapiergeschäfte mussten bereits über 200 Mio. Euro wertberichtigt werden. Trotzdem wollen die ÖBB operativ nach den Worten Klugars heuer "deutlich positiv bilanzieren". Im Extremfall müssten die ÖBB mit den bis 2013 laufenden Portfolio Credit Default Swaps (PCDS) 613 Mio. Euro in den Rauchfang schreiben. Eine Klage gegen die Deutsche Bank wurde bereits eingebracht.
(apa/red)

