Dienstag, 23. September 2008

Inter-Boss Moratti im Strudel der Finanz:
Betrug zur Deckung der Vereinsschulden

  • Mailänder Erdölmagnat soll an Börse getrickst haben
  • Für Anleger Schaden von 770 Mio. Euro entstanden

Der italienische Erdölmagnat Massimo Moratti, Chef des italienischen Fußballvereins Inter Mailand, ist in den Sog eines ausgedehnten Finanzskandals geraten. Moratti wird beschuldigt, seine Erdölgesellschaft Saras, Hauptaktionär von Inter Mailand, vor zwei Jahren zu einem aufgeblasenen Preis an die Mailänder Börse notiert zu haben, um die Verschuldung des Fußballclubs einzudämmen, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica".

Moratti habe dank Finanztricks einen höheren Gewinn für seine Saras gemeldet. Damit sei eine Aktie des Konzerns mit einem Startpreis von sechs Euro an der Mailänder Börse notiert worden, zwei Euro über dem eigentlichen Wert. Für Anleger sei ein Schaden von 770 Mio. Euro entstanden. Moratti konnte außerdem Teile der Verschuldung seines Fußballclubs überbrücken, berichtete "La Repubblica". Über den Fall wurden Ermittlungen in die Wege geleitet.

Die 1962 gegründete Saras beschäftigt 1.600 Mitarbeiter und besitzt eine Erdölraffinerie in Sarroch auf Sardinien. Neben dem Erdölgeschäft produziert Saras auch Strom und investiert in Forschung in den Bereichen Petrochemie und Umwelt.
(apa/red)

23.9.2008 11:10